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Museen Dahlem

Kunst und Kulturen der Welt

Eingang der Museen Dahlem
Südseeabteilung des Ethnologischen Museums. Foto: Andreas Praefcke, Quelle: Wikimedia Commons

Im dörflich anmutenden Berliner Stadtteil Dahlem konzentrieren sich außereuropäische Sammlungen von Weltrang. Großzügig und einladend wirkt der um 1970 von Fritz Bornemann und Wils Ebert errichtete Bau, in dem sich die Sammlungen des Ethnologischen Museums verteilen: darunter die Altamerika-Sammlung mit Steinskulpturen und Gefäßen der Maya, Inka und der mexikanischen Kulturen, die Südseeabteilung mit einer ganzen Bootsflotte und dem nachgebauten Versammlungshaus von den Palau-Inseln – auf das man klettern darf –, oder die Afrika-Ausstellung, in der Masken und Zeremonialfiguren wie Kunstwerke präsentiert, aber auch durch Videos kulturgeschichtlich erläutert werden. Neu ist die Ausstellung „Welten der Muslime“, in der erstmals seit Jahrzehnten wieder Stücke aus der Sammlung Islamischer Orient zu sehen sind. Außerdem hat das Juniormuseum im November eine Erlebnisausstellung für kleinere Kinder eröffnet, in der sich alles um den Reis in Südostasien dreht.

Auf der anderen Seite des Foyers befindet sich das Museum für Asiatische Kunst. Im Erdgeschoss werden Zeugnisse der 4000 Jahre alten indo-asiatischen Kultur präsentiert, vor allem buddhistische und hinduistische Götterbilder aus Stein und Bronze. Weltberühmt ist die Turfan-Sammlung mit ihren Wand- und Textilmalereien und den Lehm- und Holzskulpturen aus Höhlenklöstern der Nördlichen Seidenstraße. Im Obergeschoss ist Kunst und Kunstgewerbe aus China, Japan, Korea und Vietnam zu sehen: von steinzeitlichen Bronzen über Porzellane und Lackarbeiten der Ming-Dynastie bis zu chinesischer und japanischer Malerei und Druckgrafik. Weil die Rollbilder, Alben, Fächerblätter und bemalten Stellschirme lichtempfindlich sind, werden sie regelmäßig ausgetauscht. Die Schenkung des Japankenners Klaus F. Naumann wird in einem eigenen Raum präsentiert.

Museum Europäischer Kulturen (Bruno-Paul-Bau) © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Sandra Steiß

Im Altbau auf der Rückseite des Komplexes hat das Museum Europäischer Kulturen, das aus dem Museum für Volkskunde hervorgegangen ist, kürzlich renovierte Räume bezogen. Ausgewählte Objekte der Alltagskultur vom 18. Jahrhundert bis heute machen deutlich, wie sich regionale Gebräuche und Traditionen durch Handel, Reisen, Migration, aber auch Kriege in Europa verbreitet und vermischt haben.

Wer wissen will, welche Konzepte die Dahlemer Museen für ihren künftigen Standort im wiederaufgebauten Stadtschloss haben, sollte einen Blick in die Humboldt-Box auf dem Schlossplatz werfen. Bis frühestens 2014 aber muss man noch nach Dahlem fahren, um Schätze aus allen Kontinenten zu sehen. Doch wer würde nicht eine halbe Stunde U-Bahn in Kauf nehmen, um anschließend auf Weltreise gehen zu können?


Unbedingt ansehen
: den Königsthron aus Kamerun und die Benin-Bronzen in der Afrika-Ausstellung, die Reliefstelen aus Guatemala in der Mesoamerika-Ausstellung, die geschnitzten Figuren aus Neuirland in der Abteilung Südsee und Melanesien, den Haustempel aus dem westlichen Indien, die Kulthöhle der Seidenstraße und den chinesischen Thron aus einem Kaiserpalast des 17. Jahrhunderts im Museum für Asiatische Kunst, die venezianische Gondel im Museum Europäischer Kulturen.

Hinkommen: Mit der U-Bahn-Linie 3 nach Dahlem-Dorf fahren und drei Minuten laufen.

Kaffee trinken
: Das Restaurant im Untergeschoss des Dahlemer Komplexes bietet Speisen aus aller Welt an. Weitere Restaurants und Cafés, im Sommer auch schöne Biergärten, an der Königin-Luise-Straße.

Alles sehen: Das Ticket gilt für alle Sammlungen. Für größere Sonderausstellungen zahlt man extra.

Erleben: Die Museen Dahlem nehmen regelmäßig an der Langen Nacht der Museen im Sommer teil, die am letzten Samstag im August stattfindet. Zu Ostern lädt das Museum Europäischer Kulturen zum Europäischen Ostermarkt ein. Im Juli und August wird der Garten zum Sommerkino. An vier Wochenenden vor Weihnachten bietet der Markt der Kontinente Kunsthandwerk, Live-Musik, Führungen und ein Kinderprogramm.
Das ganze Jahr über gibt es besondere Veranstaltungen für Familien. Im Museum für Asiatische Kunst kann man gelegentlich an einer Tee-Zeremonie teilnehmen.

 
 
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