Die Berliner Museumslandschaft im Überblick

Berlin ist berühmt für seine reiche Museumslandschaft. Das Spektrum erstreckt sich vom weltbekannten Pergamonmuseum bis zum kleinen Puppentheater-Museum, vom Verbund der Staatlichen Museen zu Berlin bis zum privaten Spezialmuseum, von jahrhundertealten Kunstsammlungen bis zum jüngst eröffneten Computerspielemuseum.

Kulturen der Welt

Das Herz der Berliner Museumslandschaft ist die Museumsinsel, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Auf der Spreeinsel inmitten von Berlin liegen die fünf zwischen 1830 und 1930 errichteten Bauten: Altes Museum, Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum und Pergamonmuseum. Monumentale Architekturen, Skulpturen, Gemälde und andere Zeugnisse führen die Kulturen Vorderasiens, Ägyptens, des antiken Griechenlands und Italiens sowie Europas vor Augen. Künftig werden auch Berlins große Sammlungen zur Kunst und Kultur Asiens, Afrikas, Amerikas und Australiens im Zentrum der Stadt zu sehen sein. Sie ziehen derzeit aus dem Stadtteil Dahlem ins Humboldt Forum im Berliner Schloss, das 2019 eröffnen wird.

Kolonnadenhof mit Blick auf Altes Museum und Neues Museum. Museumsinsel Berlin, Bodestraße 1-3
Kolonnadenhof mit Blick auf Altes Museum und Neues Museum. Museumsinsel Berlin, Bodestraße 1-3 © Staatliche Museen zu Berlin / Bernd Weingart

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Bildende und angewandte Kunst

Meisterwerke der europäischen Malerei vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert findet man in der Gemäldegalerie am Kulturforum, während die Skulptur dieser Epochen im Bode-Museum auf der Museumsinsel gezeigt wird. Die Kunst des 19. Jahrhunderts – Malerei und Plastik – ist in der Alten Nationalgalerie zu sehen. Europäische Grafik vom Mittelalter bis zur Gegenwart bewahrt das Kupferstichkabinett, angewandte Kunst das Kunstgewerbemuseum. Speziell der Kunst des Jugendstils und Art Decos widmet sich das Bröhan-Museum.

Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz
Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Wer sich für die Kunst des 20. Jahrhunderts interessiert, sollte die Berlinische Galerie besuchen. Dem Bauhaus und der expressionistischen Künstlergemeinschaft „Brücke“ sind eigene Museen gewidmet. Die Kunst von Picasso und Klee kann man im Museum Berggruen bewundern.
Die wichtigste Adresse für zeitgenössische Kunst ist – neben vielen Ausstellungshäusern – der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart.

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Naturwissenschaft und Technik

Berlin hat ein großes und traditionsreiches Naturkundemuseum. Viel jünger, aber ähnlich universal ausgerichtet ist das Deutsche Technikmuseum mit seinen zahlreichen Sammlungen, die von der Schifffahrt bis zur Drucktechnik reichen. Weitere Museen widmen sich speziellen Aspekten der Technik- und Kulturgeschichte, etwa das Museum für Kommunikation und das Museum für Film und Fernsehen.

Biodiversitätswand
© Museum für Naturkunde Berlin

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Geschichte und Kulturgeschichte

Einen breiten Überblick über die 2000-jährige deutsche Geschichte gibt seit 2006 das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden. Das 2001 eröffnete Jüdische Museum Berlin, für das Daniel Liebeskind einen Neubau errichtete, konzentriert sich auf die deutsch-jüdische Geschichte. In Sonderausstellungen greifen beide Häuser darüber hinaus spezielle historische und kulturhistorische Themen auf.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Ansicht der Gartenseite über das Bassin
Berlin, Schloss Charlottenburg, Ansicht der Gartenseite über das Bassin
© SPSG. Foto: Hans Bach

Berlin war Jahrhunderte lang Residenz zunächst der brandenburgischen Kurfürsten, dann der preußischen Könige. Das wichtigste Zeugnis höfischer Kultur in Berlin ist Schloss Charlottenburg. Wer sich für die preußische Geschichte interessiert, darf allerdings die südwestlich von Berlin gelegene Stadt Potsdam nicht auslassen. Künstler wie Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné schufen dort rund um die Havel eine einzigartige Park- und Schlösserlandschaft, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Am berühmtesten sind die Schlösser Friedrichs des Großen, Schloss Sanssouci und das Neue Palais.

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Berlin im Nationalsozialismus

Unter dem Regime der Nationalsozialisten war Berlin Schaltzentrale des europaweiten Terrors und der Verfolgung. Zahlreiche Gedenkstätten, fast alle erst in den letzten fünfundzwanzig Jahren gegründet, erinnern an den historischen Orten an Vertreibung, Ermordung und Widerstand, so die Topographie des Terrors, das Haus der Wannsee-Konferenz, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand oder im Norden Berlins die Gedenkstätte Sachsenhausen.

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Geteilte Stadt

Als geteilte Stadt war Berlin von 1947 bis 1989 Symbol des Kalten Krieges und der deutschen und europäischen Teilung. Berlin-Blockade und Luftbrücke werden im Alliiertenmuseum behandelt. Über den Hintergrund und die Folgen des Mauerbaus kann man sich am besten in der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße informieren. Die Absurdität des Lebens in der geteilten Stadt wird auch im Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße deutlich.
Einen Einblick in die menschenverachtenden Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR gewinnt man in der früheren Stasi-Zentrale in der Normannenstraße, die heute das Stasi-Museum beherbergt, und im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis, der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

AlliiertenMuseum Haus
© AlliiertenMuseum/ W. Chodan

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Stadtgeschichte

Eine Fülle von Objekten zur Geschichte Berlins zeigt das Märkische Museum, das zu Anfang des 20. Jahrhunderts speziell für diese Sammlungen erbaut wurde. Zudem hat jeder der 12 Bezirke Berlins sein eigenes Museum, das die Geschichte des Stadtteils erforscht und in Ausstellungen präsentiert. Das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum beispielsweise hat zusammen mit Bewohnern des Bezirks eine überregional beachtete Ausstellung über die Stadtsanierung am Kottbusser Tor erarbeitet.

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