Zeitgenössische Kunst in Berlin
Ein Überblick über Galerien, Projekträume und Privatsammlungen

Berlin wird zu Recht als Kunsthauptstadt Europas bezeichnet. Neben den zahlreichen Kunstmuseen lockt die lebendige und internationale Kunstszene jedes Jahr Tausende in die Hauptstadt. Die historischen Besonderheiten der ehemals geteilten Stadt haben schon immer die kreative Auseinandersetzung mit kulturellen, sozialen und politischen Veränderungen angeregt. Sie prägt das Kunstgeschehen bis heute.   Neben mehr als 400 Galerien stehen besonders die Berliner Projekträume für eine innovative künstlerische Praxis. Auch die zwei Kunstvereine – die neue Gesellschaft für bildende Kunst und der Neue Berliner Kunstverein – und zahlreiche kommunale Galerien bereichern den Diskurs innerhalb der Berliner Kunstszene. Öffentlich zugängliche private Sammlungen wie der me Collectors Room oder die Sammlung Boros im Kunstbunker in der Friedrichstraße setzen weitere Akzente. Zu dieser räumlichen und institutionellen Vielfalt kommen verschiedene Veranstaltungen mit internationaler Strahlkraft; die Berlin Art Week, die Berlin Biennale und das Gallery Weekend sind regelmäßig stattfindende Höhepunkte.

Die Galerie Johann König, Berlin: Monica Bonvicini, Disegni, Johann König, Berlin 2013 © VG Bild-Kunst, Bonn, Courtesy Monica Bonvicini & Johann König, Berlin, Foto: Roman März

Galerien

Wer die Berliner Galerienszene besser kennenlernen will, kann zum Beispiel im Scheunenviertel oder in der Heidestraße beginnen. Ebenso spannend sind die Galerien rund um die Potsdamer Straße, am Checkpoint Charlie oder in der Gegend um die Charlottenburger Fasanenstraße. Jedes dieser Quartiere hat sein eigenes Profil.

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Kommunale Galerien

In zahlreichen Berliner Bezirken sind kommunale Galerien fester Bestandteil der örtlichen Kulturlandschaft. Finanziert durch die Bezirke, haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, besonders in Berlin ansässige Künstlerinnen und Künstler und die Kultur vor Ort zu fördern. Das Ziel der kommunalen Galerien ist nicht der Verkauf von Kunst, sondern die Kulturvermittlung in breiten Bevölkerungsschichten. 

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Mies van der Rohe Haus: Blick in die Ausstellung "Hauptsache Grau" © Foto: Reiner Hausleitner

Projekträume

Seit Beginn der 70er Jahre entstanden in Berlin nichtkommerzielle Projekträume und -initiativen als Präsentations- und Diskursorte frei von kunstmarktorientierten Strukturen. Diese heute rund 150 sogenannten „Off-Spaces“ sind gleichsam der Bodensatz der hiesigen Kunstszene, da sie den Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeiten eröffnen, fernab von ökonomischen Zwängen und Konventionen neue Wege zu beschreiten. Oft aus Eigenmitteln finanzierte Ausstellungen in Projekträumen liefern so immer wieder neue künstlerische Impulse.

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Privatsammlungen

Viele Berlinerinnen und Berliner oder Zugezogene haben sich dem Sammeln zeitgenössischer Kunst verschrieben. Mittlerweile sind einige dieser Sammlungen auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Oft sind nicht nur die ausgestellten Werke faszinierend, sondern auch die Architektur, in der diese präsentiert werden.

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Recherche und Text: Anne-Sophie Pahl

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