Diese Woche
Gerhard Richter. Panorama
Zu seinen berühmtesten Gemälden gehört „Ema (Akt auf einer Treppe)“ von 1966, das viele Eigenschaften verkörpert, die sein Werk so außergewöhnlich machen: der feine, fast milchige Schleier, der die Umrisse verwischt und der Figur ihren entrückten Ausdruck verleiht, immer wieder die Frage, besonders angesichts der Fotografie, was die Malerei kann, schließlich die Auseinandersetzung mit seiner Position als Künstler in der Kunstgeschichte – „Ema“ gilt auch als Referenz an Duchamps „Akt eine Treppe hinabsteigend“.
Die Retrospektive „Gerhard Richter. Panorama“ in der Neuen Nationalgalerie gibt mit rund 150 Werken des 1932 in Dresden geborenen Künstlers einen Überblick von seiner frühen Arbeit „Tisch“ (1962) bis zu einem eigens für die Berliner Ausstellung realisierten Projekt einer neuen Version von „4900 Farben“; „4900 Farben“ entstand erstmals im Zusammenhang mit den Entwürfen für das Glasfenster im Kölner Dom und wird nun in der neuen Version die Ausstellung im Obergeschoss der Neuen Nationalgalerie wie ein Fries umlaufen. Gleich große Farbquadrate, an Computerpixel erinnernd, werden nach dem Zufallsprinzip kombiniert und ergeben doch den Rausch von Farbe und Licht, den die Malerei so meisterhaft erzeugen kann. Dagegen haptisch angelegt sind Richters Bilder, die er mit dem Rakel, einer Art Abstreichholz, bearbeitet.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören so kanonisch gewordene Bilder wie „Ema“ und das Porträt von Richters erster Tochter „Betty“ (1988). Seine Glasscheiben und gläsernen Stellwände schließlich nehmen einen interessanten Dialog mit der Glasarchitektur der Nationalgalerie von Mies van der Rohe auf.
Die Ausstellung "Gerhard Richter. Panorama" in der Neuen Nationalgalerie eröffnet am 12. Februar und dauert bis 13. Mai 2012.
Außerdem ist Gerhard Richters Zyklus "18. Oktober 1977" während der Ausstellungsdauer in der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel zu sehen.








