Theater im Museum und unter der Erde
Theater im Museum und unter der Erde
Museen und Theater tun ganz unterschiedliche Dinge – die einen sammeln und bewahren, die anderen führen flüchtige Inszenierungen auf. Manchmal finden diese Gegensätze zusammen, wie im Unterwelten-Museum, das als Spielort für das „Dokumentartheater Berlin“ genutzt wird. 2003 von den Regisseurinnen Marina Schubarth und Natascha Bondar gegründet, beruft sich das Dokumentartheater Berlin auf eine Tradition, die ihren Ursprung beim politischen Theater Erwin Piscators in den 1920er Jahren hat: die Vergegenwärtigung von Geschichte auf der Basis von Dokumenten (Akten, Protokolle, Aufzeichnungen, Fotos, Filme und Tonbänder).
Beim „Unterweltentheater“ dienen vor allem die Räume als ein solches Dokument: „Gesichter des Krieges“, das jüngste Stück der Gruppe, ist eine Kombination aus Führung und Dokumentationstheater, basierend auf wahren Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Besucher werden auf eine unterirdische Reise durch die labyrinthischen und mit Originalrequisiten ausgestatteten Räumlichkeiten geleitet und erfahren in einer immer wieder unterbrochenen Passage Geschichte an einem historischen Ort, der durch seine Aussagekraft zu einem wichtigen Bestandteil der Aufführung wird.
Der Berliner Unterwelten e. V. hat seit 1998 den „Bunker B“ im U-Bahnhof Gesundbrunnen für sein Museum angemietet. Über vier unterirdische Etagen erstreckt sich die Ausstellung, die in Kapiteln wie „Ziviler Luftschutz“ oder „Munitionsbergung“ über die Geschichte Berlins aus der unterirdischen Perspektive informiert.
„Gesichter des Krieges“ läuft bis auf weiteres jeden Freitag um 20 Uhr im Berliner Unterweltenmuseum, Brunnenstraße 108 a. Eintritt 12, ermäßigt 9 Euro, der Kartenverkauf erfolgt vor Ort, Reservierung unter 030 / 49 91 05 17.






