Entwurf für Erweiterung Mauergedenkstätte entschieden
Die Bernauer Straße wird zur Erinnerungslandschaft
Die Berliner Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße wird erweitert. Das bestehende Ensemble aus Gedenkstätte, Dokumentationszentrum und Kapelle der Versöhnung wird um einen zweistöckigen Pavillon gegenüber dem Eingang zum Nordbahnhof ergänzt, der die Besucher mit ersten Informationen versorgen sowie Seminarräume, Buchladen und Café aufnehmen soll. Zudem wird das gesamte Gelände entlang der Bernauer Straße so gestaltet, dass die erhaltenen Spuren der Grenzanlage, etwa der Postenweg, sichtbar gemacht und Orte wie die Fluchttunnel markiert werden. Das Areal zwischen Ackerstraße und Brunnenstraße wird ganz unbebaut bleiben.
Im Juli 2007 war ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben worden, aus dem nun ein Sieger hervorging: die Arbeitsgemeinschaft mit den Architekten Luis Mola und Henner Winckelmüller, dem Landschaftsgestalter AW Faust und dem Ausstellungsgestalter Christian Fuchs. Das Berliner Team überzeugte die Jury durch die zurückhaltende Gestaltung des Geländes, die gleichwohl eine spezifische Handschrift trägt. Zentrales Element des Entwurfs ist das Material, der an der Oberfläche rostende Cortenstahl, der sowohl für den Info-Pavillon als auch für die Informationsstelen und die Bodenmarkierungen verwendet wird. Schmale Stäbe aus demselben Material werden den erhaltenen Rest der Mauer gegenüber dem Dokumentationszentrum auf beiden Seiten verlängern. Cortenstahl wurde bereits bei der 1998 eingeweihten Gedenkstätte eingesetzt. Zwei acht Meter hohe Wände, nach innen spiegelnd, an den Außenseiten von Rost überzogen, grenzen einen Abschnitt des ursprünglichen Todesstreifens ein.
Der Pavillon soll zum 9. November 2009, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, eröffnet werden, die gesamte Anlage zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 2011 fertig gestellt sein. Die Kosten für den Erwerb der 52 Grundstücke, den Neubau und die Gestaltung der Freiflächen, insgesamt etwa 28 Millionen Euro, teilen sich das Land Berlin, der Bund, die Europäische Union und die Lottostiftung. Die 47 für den Wettbewerb eingereichten Entwürfe sind vom 28. Januar bis 9. Februar täglich (außer am 3. Februar) von 12 bis 19 Uhr im Kronprinzenpalais Unter den Linden zu sehen.
Gedenkstätte und Dokumentationszentrum Berliner Mauer







