Ausstellung über Robert Havemann
Wanderausstellung informiert über das Leben des DDR-Dissidenten
Eine neue Ausstellung in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen widmet sich der Biografie Robert Havemanns. Die von der Robert-Havemann-Gesellschaft konzipierte Wanderausstellung zeichnet mit historischen Text- und Bilddokumenten auf fünf Tafeln das Leben des Widerstandskämpfers in der Zeit des Nationalsozialismus und des Dissidenten im SED-Regime nach.
Schon 1933 trat Havemann aktiv dem deutschen Widerstand bei. Er half verfolgten Juden, gründete zu Beginn des Zweiten Weltkrieges die Widerstandsgruppe „Europäische Union“ und unterhielt auch Kontakt zur Gruppe „Rote Kapelle“. Nur mit Glück überlebte er die Gestapohaft und ein NS-Todesurteil des Volksgerichtshofs.
Nach 1945 zunächst überzeugter SED-Anhänger, wurde er seit 1956 zum Wortführer einer von Intellektuellen getragenen Oppositionsgruppe innerhalb der SED. Der Dissens mit der SED-Führung nahm stetig zu und mündete 1964 in seiner Entlassung als Direktor des Instituts für angewandte physikalische Chemie an der Humboldt-Universität. Die Repressalien des SED-Regimes gipfelten 1976 in einem zweijährigen Hausarrest für Havemann, dessen Haus in Grünheide bei Berlin zum Zentrum der Protestbewegung gegen die Ausbürgerung seines Freundes Wolf Biermann zu werden drohte. 1982 starb Robert Havemann, kurz nach der Veröffentlichung seines berühmten „Berliner Appells – Frieden schaffen ohne Waffen“, den er gemeinsam mit Rainer Eppelmann verfasst hatte.
Bis 2. November täglich 9 bis 18 Uhr, Eintritt frei
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen






