Barocke Pracht
Neuer Ausstellungsteil über "Hofjuden"
Mit einer Neugestaltung des Kapitels "Land- und Hofjuden" startet das Jüdische Museum Berlin ins neue Jahr. Ab Donnerstag, den 10. Januar, können die Besucher hier erfahren, wer die Männer und Frauen in prachtvollen Samtgewändern, mit Lockenperücke und Spitzenhaube waren, die an den deutschen Fürstenhöfen des 18. Jahrhunderts lebten, in Berlin und Stuttgart ebenso wie in Wolfenbüttel und Pfalz-Zweibrücken. Sie dienten den Fürsten des Ancien Régime, finanzierten ihre prächtigen Schlossbauten, statteten die Heere aus und belieferten die Höfe mit Juwelen. Mit Geschäftssinn und Fortüne konnte ein Hofjude zu großem Einfluss und Reichtum kommen. Aber er konnte auch bei Wasser und Brot im Schuldturm enden.
Die Hofjuden stellten aber nur eine sehr kleine Oberschicht dar, während der Großteil der deutschen Juden im 18. Jahrhundert zur armen Schicht der Landjuden gehörte.
An der Lebensgeschichte von Daniel Itzig und Veitel Heine Ephraim aus Berlin, Isaak Jakob Gans aus Celle und Michael May aus Mannheim werden die zentralen Aspekte des Phänomens "Hofjudentum" exemplarisch deutlich.






