Kulturexport nach Dubai
Berlin, Dresden und München engagieren sich beim Aufbau eines Universalmuseums
Dubai ist in nur 35 Jahren von einer kleinen arabischen Hafenstadt zur Handelsdrehscheibe und schillernden Großstadt aufgestiegen. Menschen aus aller Welt ziehen hierher, vom britischen Investor bis zum indischen Bauarbeiter. 2010 wird Dubai schätzungsweise so viele Einwohner wie Berlin haben. Schon jetzt besuchen 8 Millionen Touristen jährlich die Stadt am Persischen Golf. Spektakuläre Luxushotels und Vergnügungszentren gibt es bereits, an einem gigantischen Einkaufszentrum und dem der größten Flughafen der Welt wird gebaut. Nun soll auch die Hochkultur nach Dubai kommen: Geplant ist neben Bibliotheken, Theatern und einem eine Milliarde Dollar teuren Opernhaus von Zaha Hadid auch ein großes Museumsensemble, das mit Hilfe internationaler Institutionen aufgebaut werden soll. Vorreiter sind hier drei deutsche Museumsverbände: die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München. Am 7. Mai unterzeichneten sie einen Vertrag mit der Regierung von Dubai, in dem sie sich verpflichten, das neue Museum konzeptionell, aber auch mit technischem, logistischem und fachwissenschaftlichem Know-How zu unterstützen sowie mit Leihgaben auszustatten. Zudem soll Dubai mit westlicher Beratung eine eigene Sammlung aufbauen. Das „Universalmuseum“, das frühestens 2012 eröffnen wird, soll die Kulturen aller Welt vereinen, die islamische und afrikanische ebenso wie die ostasiatische und die europäische, und kulturübergreifende Themen wie die Geschichte der Städte, der Schrift oder der Philosophie behandeln. Damit schon 2010 Sonderausstellungen gezeigt werden können, wird Rem Koolhaas an der Bucht von Dubai einen Ausstellungspavillon bauen.
Ein riesiger Museumskomplex ist schon seit längerem im benachbarten Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, geplant, wo der Louvre und das Guggenheim Museum New York ebenfalls mit Hilfe renommierter Architekten Dependancen errichten wollen.







