Architektenwettbewerb für das Humboldt-Forum entschieden
Francesco Stellas Entwurf wird zur Realisierung empfohlen
Der Architekt Francesco Stella hat den Architekturwettbewerb für die Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses gewonnen. Die 15-köpfige Jury aus Politikern und Architekten unter Vorsitz von Vittorio Lampugnani entschied sich einstimmig für den Entwurf des Italieners. Einige Jurymitglieder hatten zuvor bedauert, dass die Vorgaben den Architekten enge Grenzen setzten. 2002 war im Bundestag beschlossen worden, einen Neubau in der Kubatur des 1950 gesprengten Schlosses zu errichten, wobei drei der vier barocken Fassaden, die westliche samt Kuppel, und der Schlüterhof mit seinem bildhauerischen Schmuck rekonstruiert werden sollen.
Stellas Entwurf verbindet die historisch rekonstruierten Partien des Schlosses mit kühl wirkenden modernen Rasterfassaden, Säulenhallen und Pfeilerarkaden. An der Ostseite sieht er einen schmalen loggiaartigen Riegel vor. Der Schlüterhof bleibt frei, während in den Eosanderhof zwei kubische Bauten unter einer gerasterten Lichtdecke eingestellt werden. Eine Passage teilt den riesigen Komplex und schafft einen öffentlichen Weg zwischen Lustgarten und Staatsratsgebäude.
Die Jury vergab keinen zweiten Preis, sondern vier dritte Preise. Sie gingen an Eccheli e Campagnola Architekten (Verona), Christoph Mäckler (Stuttgart), Kleihues und Kleihues und Kollhoff Architekten (beide Berlin), die alle den zeitgenössischen Bauteilen größere Individualität verleihen. Einen Sonderpreis erhielten die Berliner Architekten Kuehn Malvezzi für eine interessante Lösung, die statt der Kuppel ein schwebendes Glasdach über dem Schlüterhof vorsieht und die Fassaden vorerst in schlichtem Backstein belässt, auf die nach und nach der aufwändig zu rekonstruierende barocke Schmuck appliziert würde.
Wenn der Bundestag nun zustimmt, beginnen Anfang 2009 die Detailplanungen für das 40 000 Quadratmeter große Gebäude, in dem die Sammlungen der Museen Dahlem, die der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Bestände der Zentral- und Landesbibliothek Berlin Platz finden sollen. 2010 könnte dann der Spatenstich für den 552 Millionen teuren Bau erfolgen. am
Die prämierten Entwürfe sind vom 3. bis 21. Dezember täglich von 12 bis 20 Uhr im Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, ausgestellt.
Informationen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung >>
Bilder zum Entwurf Kuehn Malvezzi >>






