Eröffnung von Schloss Schönhausen
Ein Sommerschloss in Pankow
Am 19. Dezember 2009 übergibt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg den Besuchern ein weiteres königliches Schloss: Schönhausen. Nach vierjähriger Sanierung eröffnet das Haus als Museum, in dem die verschiedenen Phasen seiner wechselvollen 350-jährigen Geschichte thematisiert werden.
Ursprünglich Landsitz preußischer Adelsfamilien, fällt es 1691 an die Krone und wird ab 1740 von Elisabeth Christine, Gattin des Preußenkönigs Friedrich II., als Sommersitz genutzt. Sie lässt es erweitern und im Stil des Rokoko ausstatten. Nach ihrem Tod wird das Schloss nur noch gelegentlich von Angehörigen des Königshauses genutzt. Unter den Nationalsozialisten dient es als Depot für die als entartet verunglimpfte Kunst und als Ausstellungsort von Propagandakunst. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gelangt das Anwesen wieder zur Bedeutung: Wilhelm Pieck, der erste und einzige Präsident der DDR, wählte sich Schönhausen als Amtssitz und ließ es ab 1949 umbauen. Ab 1966 wird das Schloss zum Gästehaus der DDR-Regierung, ein letzter Umbau erfolgt 1978 für den geplanten Besuch des Schahs von Persien. Nach der Friedlichen Revolution fanden hier die Zwei-plus-Vier-Gespräche statt.
Die Ausstellung beleuchtet vor allem jene Phasen, die hier ihre baulichen oder innenarchitektonischen Spuren hinterlassen haben. Das Erdgeschoss ist ganz Königin Elisabeth Christine gewidmet, die in diesem Schloss über 50 Sommer verbrachte. Tapeten, Möbel, Kunstwerke, Bücher veranschaulichen das Leben der Monarchin. Das erste Obergeschoss dokumentiert die Nutzungsphasen während der DDR-Zeit, unter anderem wurden das Präsidentenzimmer Wilhelm Piecks sowie ein Gästeappartement wiederhergestellt. In den übrigen Räumen wird ein Teil der Ausstattung des Schlosses Schlobitten gezeigt, das die Grafen zu Dohna bewohnten, die in Schönhausen ein erstes, nicht mehr erhaltenes Schloss erbaut hatten. Im zweiten Obergeschoss informiert die Ausstellung über die Wiederherstellung von Schloss und Garten. Im Garten wird die Gestaltung der Nachkriegszeit rekonstruiert.
Das Schloss Schönhausen ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet (am 24. und 25. Dezember geschlossen), der Eintritt beträgt 6, ermäßigt 5 Euro. Der Zugang ist behindertengerecht.






