Raumnot in Zehlendorf
Alliiertenmuseum will nach Tempelhof umziehen
Das Berliner Alliiertenmuseum strebt einen Umzug an den Flughafen Berlin-Tempelhof an. Direktor Helmut Trotnow, der am Jahresende in den Ruhestand geht, legte jetzt ein entsprechendes Memorandum vor.
Das vom Bund finanzierte Museum widmet sich in einer Dauer- und jährlichen Sonderausstellungen der Geschichte der Westmächte in Berlin vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrem Abzug 1994. Im Trägerverein und im wissenschaftlichen Beirat sind auch Frankreich, Großbritannien und die USA vertreten. Das Alliiertenmuseum wurde 1998 in ehemaligen Gebäuden der amerikanischen Allierten an der Zehlendorfer Clayallee eröffnet. Von Anfang an waren die Möglichkeiten dort begrenzt: Eines der Gebäude, ein ehemaliges Kino, steht unter Denkmalschutz, die Ausstellungsflächen sind klein, Räume für die museumspädagogische Arbeit und für die Unterbringung der inzwischen umfangreichen Sammlung fehlen. Von den 23 Großobjekten des Museums können auf dem Freigelände nur vier gezeigt werden, darunter das Kontrollhäuschen vom Checkpoint Charlie und das britische Flugzeug Hastings, das während der Luftbrücke im Einsatz war. Aus konservatorischen Gründen dürfte diese Maschine eigentlich nicht im Freien stehen.
Eine ideale Alternative bietet sich nun auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof an, der zentraler Ort der Luftbrücke war. In den dortigen Hangars mit Blick auf das Flughafengelände gäbe es genügend Platz für Ausstellungen, Depots, die Bibliothek und andere Räume. Eine Machbarkeitsstudie der Berliner Immobilien Management GmbH hat drei mögliche Standorte ausgemacht. Die Museumsleitung favorisiert den am Südende gelegenen Hangar 7 wegen der Nähe zur U-Bahn-Station Platz der Luftbrücke. Von dort können Besucher in wenigen Minuten zum Checkpoint Charlie und anderen touristisch interessanten Orten gelangen. Dagegen ist der jetzige Standort abgelegen und bald nur noch mit einer einzigen Buslinie erreichbar. Auch der Berliner Senat würde es begrüßen, wenn eine der Hallen am Flughafen auf diese Weise genutzt würde. Bevor der Bund über einen Umzug entscheidet, wird die künftige Museumsleiterin, Gundula Bavendamm, ein Konzept für die Ausstellung am neuen Ort erarbeiten.
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