Die Hürden des Aufnahmeverfahrens
Buchpräsentation
1,35 Millionen Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR passierten zwischen 1953 und 1990 das Notaufnahmelager Marienfelde als „Tor zum Westen“. Auf ihrem Weg in ein neues Leben waren die Angekommenen beständig einer kritischen Bewertung durch Behörden und die Öffentlichkeit ausgesetzt. Hatte man es mit „echten“ Flüchtlingen zu tun, die politischer Druck zum Weggehen getrieben hatte – oder mit Taugenichtsen, Abenteurern und solchen, die ihren wirtschaftlichen Vorteil suchten?
Im Notaufnahmeverfahren und auch bei der Gewährung staatlicher Unterstützungsleistungen in den 1950er und 1960er Jahren mussten die Flüchtlinge gute Gründe vorbringen, wie eine neue Studie der Historikerin Elke Kimmel zeigt. Die Autorin hat rund 200 in Marienfelde angelegte Akten mit Schriftverkehr, Berichten und Beurteilungen ausgewertet. In zahlreichen Fallbeispielen skizziert sie die Schicksale, die sich hinter den Anträgen, Eingaben und Widersprüchen verbergen.
Am 26. Februar lädt die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zur Präsentation des im Metropol-Verlag erschienenen Buches ein. Brigitte Lange, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, spricht einleitend über die deutsch-deutsche Fluchtbewegung als Thema des Gedenkjahres 2009. Bianca Welzing-Bräutigam vom Landesarchiv Berlin geht auf die Quellen zum Notaufnahmelager Marienfelde im Landesarchiv ein. Anschließend stellt Elke Kimmel die zentralen Thesen ihrer Untersuchung vor.
Donnerstag, 26. Februar 2009, 19 Uhr
Eintritt frei
Die Ausstellungen sind an diesem Tag bis 19 Uhr zu sehen.
Elke Kimmel: „… war ihm nicht zuzumuten, länger in der SBZ zu bleiben“. DDR-Flüchtlinge im Notaufnahmelager Marienfelde. Hrsg. von der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde – Stiftung Berliner Mauer, Berlin 2009
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde






