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Verraten und verkauft

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29. März 2009 - Berlin

Ausstellung zur Enteignung jüdischer Unternehmer im Landesarchiv Berlin

Wie die jüdischen Unternehmen in Berlin nach 1933 unter Druck gesetzt und enteignet wurden, zeigt seit Freitag eine Ausstellung im Landesarchiv Berlin. Sie dokumentiert anhand von 16 kaum bekannten Unternehmen die typischen Verläufe der Entrechtung und Existenzvernichtung.

Nachdem es schon am 1. April 1933, im Sommer 1935 und 1938 zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen war, zerstörten SS, SA und ihre Helfer in der Nacht vom 9. auf den 10. November nicht nur die Schaufensterscheiben, sondern ganze Inneneinrichtungen und Lagerbestände jüdischer Geschäfte. Nach dem Pogrom wurde Juden der Betrieb von Einzelhandelsgeschäften und Handwerksunternehmen sowie das Anbieten von Waren und Dienstleistungen verboten. Sämtliche jüdische Unternehmen in Berlin wurden schließlich bis 1945 liquidiert oder an Nicht-Juden übertragen.

Die Ausstellung geht auch auf die unterschiedlichen Gegenstrategien ein, die die jüdischen Unternehmer entwickelten. Einige versuchten auf dem Rechtsweg gegen die ungerechte Behandlung vorzugehen. Andere besetzten bestimmte Marktnischen oder verstärkten die Auslandskontakte, um als Devisenbringer geschützt zu sein und um sich einen Rückzugsweg zu sichern. Viele richteten sich nun erstmals explizit an ein jüdisches Publikum und warben in jüdischen Gemeindeblättern.

Die Ausstellung, die vom Verein Aktives Museum zusammen mit dem Lehrstuhl für Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin erarbeitet wurde, war im Herbst 2008 im Foyer der Humboldt-Universität zu sehen. Im Landesarchiv wird sie nun um Dokumente aus den Beständen des Archivs ergänzt.
 
Verraten und verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945
Landesarchiv Berlin, Eichborndamm 115-121, 13403 Berlin
27. März bis 19. Juni 2009
Mo und Fr 9-15 Uhr
Di, Mi, Do 9-18 Uhr
Eintritt frei


 
 
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