Diese Woche
Systemzusammenbrüche, technologische Mängel, Frustration und Verwirrung: Im Internet- und Technologiezeitalter verläuft nicht alles reibungslos und störungsfrei. Während die Schattenseiten der digitalen Welt zum leidvollen Alltag der einen gehören, befassen sich andere gerade auf produktive Weise mit diesen Brüchen wie zum Beispiel die kreative Hackerszene. Diese Ambivalenz von Faszination und Enttäuschung, die die technologische Kultur mit sich bringt, macht die diesjährige „transmediale“ unter dem Titel „in/compatible“ zum Thema.
Die „transmediale“ findet unter der neuen künstlerischen Leitung von Kristoffer Gansing wie in den letzten vier Jahren im Haus der Kulturen der Welt statt. Dort nähert sich die Ausstellung „Dark Drives. Uneasy Energies in Technological Times“ den dunklen Seiten der technologischen Kultur. Arbeiten des Kollektivs Ant Farm (1968–1978) oder der Video- und Internetkünstlerin Jennifer Chan untersuchen unser zwiespältiges Verhältnis zur Technologie. Themen sind etwa illegale Downloads von Software (Kollektiv Art 404), zu sehen ist aber auch eine dokumentarische Bildreportage über Elektroschrott in Ländern der „Dritten Welt“ (Vibek Raj Maurya und Jack Caravanos).
Das Video-Programm „Satellite Stories“ widmet sich vor allem dem Internet. Lange galt dieser virtuelle Raum als utopischer Ort des freien, unzensierten und egalitären Austauschs von Ideen. Immer mehr erscheint er aber als Spiegel der realen Gesellschaft mit all ihren Abgründen. Nicht selten wird dafür der Videokanal YouTube als Beispiel herangezogen: Das Werk des kanadischen Künstlers Dominic Gagnon basiert auf zensierten YouTube-Clips, Andreas Schneider beobachtet die Make-Up-Community auf dem Videoportal und auch das Kollektiv Neozoon bedient sich der Kurzfilme, um den demütigenden Umgang mit Haustieren aufzuzeigen.
Im Performance-Programm stehen Kompatibilität bzw. Inkompatibilität von alten und neuen, analogen und digitalen Medien im Zentrum. Ein Höhepunkt wird dabei die „Joshua Light Show“ sein: Früher begleitete die Künstlergruppe Konzerte von Jimi Hendrix, Janis Joplin oder The Doors mit psychedelischen Lichtprojektionen. Heute fasziniert das Kollektiv mit seiner Lichtkunst, in der sich neue und altbekannte Medien verbinden.
Für kreativen und wissenschaftlichen Austausch sorgen das Symposium „in/compatible: systems | publics | aesthetics“ und die Initiative „reSource for transmedial culture“. Außerdem findet dieses Jahr wieder das „CTM.12, Festival for Adventurous Music and Related Arts“ statt, womit weitere Themen der neuen Medien aufgegriffen werden und auch für ein reichhaltiges Konzertprogramm gesorgt ist.
Die „transmediale“ findet vom 31. Januar bis 5. Februar 2012 im Haus der Kulturen der Welt statt.









