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Philippe Van Snick Dag/Nacht, 1984 – fortlaufend, Installationsansicht, KW Institute for Contemporary Art, Foto: Frank Sperling, Courtesy Tatjana Pieters
Foto/Photo: Frank Sperling, Courtesy Tatjana Pieters

Künstler:innen aus verschiedenen Teilen der Welt beschäftigen sich anlässlich der 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst unter dem Titel Still Present! mit den Hinterlassenschaften der Moderne und dem daraus resultierenden planetaren Notstand. Neben den künstlerischen Arbeiten sind in der Ausstellung historische Dokumente zu sehen, darunter politische und aktivistische Publikationen aus dem Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (AdA). Die Beiträge machen Verbindungslinien zwischen Kolonialismus, Faschismus und Imperialismus sichtbar und erproben dekoloniale Strategien für die Zukunft entlang einer Reihe von Fragen: Wie lässt sich eine dekoloniale Ökologie gestalten? Welche Rolle können feministische Bewegungen aus dem Globalen Süden bei der Wiederaneignung historischer Narrative spielen? Wie kann die Debatte um Restitution über die Rückgabe geplünderter Objekte hinaus produktiv gemacht werden? Lässt sich durch Kunst das Feld der Emotionen zurückgewinnen?

 

Die 12. Berlin Biennale findet vom 11. Juni bis 18. September 2022 statt und wird von Kader Attia in Zusammenarbeit mit Ana Teixeira Pinto, Đỗ Tường Linh, Marie Helene Pereira, Noam Segal und Rasha Salti kuratiert.
 
Die Ausstellung ist an folgenden Orten zu sehen: Akademie der Künste, Hanseatenweg und Pariser Platz, Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, KW Institute for Contemporary Art und Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie.


Ausstellungsorte mit Künstler:innen
 
Akademie der Künste, Hanseatenweg 
Ausstellende Künstler:innen: Ammar Bouras, Calida Garcia Rawles, Clément Cogitore, DAAR – Sandi Hilal und Alessandro Petti, Dana Levy, Đào Châu Hải, Florian Sông Nguyễn, Forensic Architecture, Imani Jacqueline Brown, Lamia Joreige, Mai Nguyễn-Long, Sammy Baloji, Susan Schuppli, Sven Johne, Tammy Nguyen, Tejswini Narayan Sonawane, Temitayo Ogunbiyi, Tuấn Andrew Nguyễn, Yuyan Wang
 
Akademie der Künste, Pariser Platz
Ausstellende Künstler:innen: Deneth Piumakshi Veda Arachchige, Dubréus Lhérisson, Elske Rosenfeld, Jihan El-Tahri, Khandakar Ohida, Moses März, Prabhakar Kamble, Sajjad Abbas, Taloi Havini, The School of Mutants (Boris Raux, Hamedine Kane, Lou Mo, Stéphane Verlet Bottéro, Valérie Osouf), Uriel Orlow
 
Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt 
Ausstellende Künstlerin: Nil Yalter
 
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin 
Ausstellende Künstler:innen: Alex Prager, Amal Kenawy, Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme, Birender Yadav, Calida Garcia Rawles, Clément Cogitore, David Chavalarias, Driss Ouadahi, Elske Rosenfeld, Forensic Architecture, Jean-Jacques Lebel, Lawrence Abu Hamdan, Layth Kareem, Noel W Anderson, PEROU – Pôle d'Exploration des Ressources Urbaines, Praneet Soi, Raed Mutar, Sajjad Abbas, Tammy Nguyen, Thùy-Hân Nguyễn-Chí, Tuấn Andrew Nguyễn, Zach Blas
 
KW Institute for Contemporary Art 
Ausstellende Künstler:innen: Alex Prager; Amal Kenawy; Antonio Recalcati, Enrico Baj, Erró, Gianni Dova, Jean-Jacques Lebel, Roberto Crippa; Ariella Aïsha Azoulay; Asim Abdulaziz; Binta Diaw; Christine Safatly; Deneth Piumakshi Veda Arachchige; Etinosa Yvonne; Jeneen Frei Njootli; João Polido; Mai Nguyễn-Long; Maithu Bùi; Marta Popivoda/Ana Vujanović; Mathieu Pernot; Mayuri Chari; Mila Turajlić; Mónica de Miranda; Myriam El Haïk; Nil Yalter; Simone Fattal; Susan Schuppli; Taysir Batniji; Tejswini Narayan Sonawane; Zuzanna Hertzberg
 
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Ausstellende Künstler:innen: Haig Aivazian, Hasan Özgür Top, Ngô Thành Bắc, Omer Fast, Susan Schuppli, The School of Mutants (Valérie Osouf), Zach Blas

 

Öffentliches Programm

Die Ausstellung der 12. Berlin Biennale wird von einem umfassenden öffentlichen Programm begleitet. Neben thematischen Rundgängen, Workshops, Performances und Filmvorführungen untersucht eine Reihe von Konferenzen, wie Kolonialismus und Imperialismus in der Gegenwart fortwirken. 
 
 
Vermittlungsprogramm
 
Zur 12. Berlin Biennale wird eine Reihe kritischer Vermittlungsformate wie Workshops und thematische Fokus-Touren die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen. In Dialogen mit lokalen dekolonialen Stimmen werden wir uns einer Vielzahl von Möglichkeiten dessen widmen, was eine dekoloniale Kunstvermittlung sein kann.
 
Diskursprogramm 
 
Der von Bénédicte Savoy und Felwine Sarr 2018 veröffentlichte Bericht über die Restitution afrikanischer Kulturgüter hat in Europa ein umfassenderes Gespräch über Kolonialismus angestoßen. Institutionen setzen sich mit ihrem kolonialen Erbe und den gewaltsam in ihre Sammlungen gelangten Objekten auseinander, Regierungen verpflichten sich zur Rückgabe. Das sind erste Schritte der kulturellen Wiederaneignung geraubten Erbes und auch in Richtung Dekolonisierung. Doch wie kann der Wille zur Auseinandersetzung mit der eigenen kolonialen Vergangenheit für eine Gegenwart produktiv gemacht werden, die fest im Griff dessen ist, was Cedric J. Robinson Racial Capitalism nennt? Robinson beschreibt damit den Kapitalismus als System, das auf der Ausbeutung eines rassistisch konstruierten Anderen basiert. 
 
In den Workshops und Konferenzen des Diskursprogramms der 12. Berlin Biennale kommen Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Künstler:innen zusammen, um ausgehend von der Restitutionsdebatte zu untersuchen, wie Kolonialismus und Imperialismus in dieser Gegenwart fortwirken. Die Teilnehmer:innen befassen sich mit den Auswirkungen der imperialen Expansion Europas auf die Ökosysteme der Erde. Sie erörtern zeitgenössische Kämpfe und Strategien rund um Feminismen des Südens. Sie untersuchen, wie Rassismus in die Kulturtechniken und universalistischen Ideale der Aufklärung eingebettet ist. Sie setzen die Anliegen von im Globalen Norden lebenden BIPoC auf die Agenda und beschäftigen sich mit antirassistischen Praktiken sowie Routen der Solidarität. Sie fragen, wie die Restitution über die materielle Geste der Rückgabe kultureller Artefakte hinausgehen kann, und wie sich der Umgang mit kolonialen Sammlungen durch handlungsorientierte Forschung verändern lässt. Und schließlich beleuchten sie, wie die algorithmische Governance rassialisierte Zuschreibungen, Verelendung und Ausgrenzung fördert, die mit der digitalen Revolution eigentlich überwunden werden sollten.
 
Das Diskursprogramm knüpft an den Begriff der Reparatur an, wie ihn Kurator Kader Attia in seiner künstlerischen Praxis entwickelt hat – zunächst von Objekten und körperlichen Verletzungen und schließlich von individuellen und gesellschaftlichen Traumata. Die Reparatur hat sich dabei als eine Möglichkeit kulturellen Widerstands erwiesen, als eine Art der Handlungsmacht, die in unterschiedlichen Praktiken und Wissensformen Ausdruck findet. Es macht diesen Ansatz zum Ausgangspunkt, um die Teilnehmer:innen und das Publikum in eine kritische Debatte zu involvieren und gemeinsam nach Wegen zu suchen, für das Jetzt Sorge zu tragen.
 
Kurator: Kader Attia
 
Berater:innen: Ana Teixeira Pinto, Felwine Sarr, Françoise Vergès, Irit Rogoff, Jean Lassègue, Katrin Becker, Lukas Fuchsgruber, Paola Bacchetta, Noam Segal, Ramak Molavi, Rolando Vázquez, Stefania Pandolfo, Tarek El-Ariss, Thomas Oberender, Zakiyyah Iman Jackson
 
Das Diskursprogramm wird in Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen und Organisationen realisiert: Afrolution Festival, Berlin; Haus der Kulturen der Welt (HKW), Berlin; La Colonie Nomade, Paris; Technische Universität Berlin
 
Der Besuch der Konferenzen ist an den jeweiligen Orten ohne Voranmeldung möglich, der Eintritt ist frei. 
 

Filmprogramm
 
Informationen zum von Rasha Salti kuratierten Filmprogramm werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Öffnungszeiten,

  • Montag 11:00 - 19:00
  • Dienstag Geschlossen
  • Mittwoch-Sonntag 11:00 - 19:00

Standort,

KW Institute for Contemporary Art
Auguststraße 69, 10117 Berlin

Telefon,

+49 (30) 200 57-20 00

Telefon,

+49 (30) 200 57-10 00

Telefon,

+49 (30) 266 42 42 42

Telefon,

+49 (30) 18-665-6699

Fax,

+49 (30) 200 57-21 75

Fax,

+49 (30) 200 57-17 02

Fax,

+49 (30) 18-665-6699

Website,

12.berlinbiennale.de/de

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Preise,

Eintrittspreis 18,00 €

Eintritt für alle Ausstellungsorte. Gruppen ab 10 Personen: 16,00 / 7,00 € pro Person

Preis ermäßigt 9,00 €

Eintritt frei bis einschließlich 18 Jahre, für berlinpass-Inhaber*innen, Mitglieder der Freunde der KW und Berlin Biennale (KW Freunde e. V.) sowie an jedem ersten Sonntag im Monat.

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Zugehörige Veranstaltung

Eintritt

Eintrittspreis

18,00 €

Eintritt für alle Ausstellungsorte. Gruppen ab 10 Personen: 16,00 / 7,00 € pro Person

Preis ermäßigt

9,00 €

Eintritt frei bis einschließlich 18 Jahre, für berlinpass-Inhaber*innen, Mitglieder der Freunde der KW und Berlin Biennale (KW Freunde e. V.) sowie an jedem ersten Sonntag im Monat.

Führungsbuchungen

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Katalog

12. Berlin Biennale: Still Present!

12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, 11.6.–18.9.2022

Kurzführer: 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst: Still Present!

Mit Texten von: Ana Teixeira Pinto, Ari Gautier, Blanca Victoria López, Blandine Chavanne, Boudou Karima, David Chavalarias, Đỗ Tường Linh, Doreen Mende, Florian Sông Nguyễn, Forensic Architecture, Francoise Vergès, Gesine Borcherdt, Giscard Bouchotte, Haig Aivazian, Heidi Ballet, Huey Copeland, Imani Jacqueline Brown, Jean-Jacques Lebel, Joanna Warsza, Joud Halawani Al-Tamimi, Kader Attia, Kim West, Lotte Arndt, Marie Helene Pereira, Maryam Kazeem, Matteo Lucchetti, Michele Faguet, Moses März, Najrin Islam, Negar Azimi, Noam Segal, Olivier Marboeuf, Omar Kholeif, Prabhakar Kamble, Praneet Soi, Przemysław Strożek, Rachel Kent, Rasha Salti, Reem Shadid, Rijin Sahakian, Sabine Weier, Samira Ghoualmia, Sarah Rogers, Sumesh-Manoj-Sharma, Tammy Nguyen, William J. Simmons, Zach Blas

Herausgegeben von der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, 2022
Deutsch/Englisch 
Grafikdesign: Martin Wecke und Fabian Maier-Bode
18 × 25 cm, 304 Seiten, 177 Farbabbildungen, Softcover
12,00 EUR
ISBN: 978-3-00-071963-9

Bestellmöglichkeiten

Service

Servicetelefon

+49 (30) 266 42 42 42

Servicetelefon

+49 (30) 18-665-6699

Veranstalter

  • Akademie der Künste / Hanseatenweg
  • Akademie der Künste / Pariser Platz
  • Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
  • Stasi-Zentrale
  • Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt

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Weitere Ausstellungen

Philippe Van Snick Dag/Nacht, 1984 – fortlaufend, Installationsansicht, KW Institute for Contemporary Art, Foto: Frank Sperling, Courtesy Tatjana Pieters
Foto/Photo: Frank Sperling, Courtesy Tatjana Pieters

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