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Barbara Kruger, Bitte lachen / Please cry, Ausstellungsansicht, Neue Nationalgalerie, Berlin, 29.4.–28.8.2022
© courtesy the artist and Sprüth Magers / Mies van der Rohe, VG Bild-Kunst, Bonn 2022 / Foto: Timo Ohler

Die Neue Nationalgalerie zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung von Barbara Kruger in Berlin. Die US-amerikanische Konzeptkünstlerin entwickelt eigens für die Ausstellungshalle der Neuen Nationalgalerie eine Schrift-Installation, die den gesamten Boden des Ausstellungsraums bedeckt und die Besucher*innen zur gemeinsamen Diskussion über politische und gesellschaftliche Themen einlädt. 

In der raumgreifenden Schriftinstallation kombiniert Barbara Kruger eigene Texte mit Zitaten der drei Schriftsteller George Orwell, James Baldwin und Walter Benjamin. Deren Texte beleuchten jeweils große politische Themen: die Gewalt totalitärer Staaten, die Mechanismen gesellschaftlicher Diskriminierung und die Gefahren einer einseitigen Geschichtsschreibung.

Mit der grafischen Wucht der auf nur drei Farben (Schwarz, Weiß und Rot) reduzierten Schrift gelingt es Kruger in den wuchtigen Bau Mies van der Rohes eine starke, eigene künstlerische Sprache einzubringen. Neben aller Aktualität der Texte und Themen ist mit der Einladung an Barbara Kruger auch eine Ehrung einer herausragenden künstlerischen Position verbunden, die mit ihren feministischen und politischen Ansätzen die Kunst des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts stark geprägt hat.

Staat und Totalitarismus

Im Zentrum steht der aus Orwells Buch „1984“ entlehnte Satz:

Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft machen wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf dem menschlichen Gesicht herumtrampelt, für immer!

Ursprünglich war diese alptraumhafte Vision eines totalitären Staates von Orwell direkt nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und als Abrechnung und Reflexion der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland gedacht. Orwell verband mit seinem Roman „1984“ eine allgemein und überzeitlich zu verstehende Mahnung an die Gesellschaft, jede Form staatlicher Gewalt und Kontrolle kritisch zu sehen und zu beurteilen. Auch Barbara Kruger erinnert mit diesem prominenten Zitat an die zu jeder Zeit und universell auftretenden Gefahren repressiver Strukturen und Staaten. Angesichts der aktuellen Kriegslage in Europa erscheint diese Warnung vor der Gewalt eines totalitären Staates umso aktueller.

Konsum und Affirmation

Neben den literarischen Zitaten finden sich von der Künstlerin verfasste Kurztexte, die Social-Media-Nachrichten entlehnt sind, die Besucher*innen direkt ansprechen und auf die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Selbstentfremdung verweisen: „Bitte lachen“, „Please cry“ oder auch „Ist das alles was es gibt?“. Kruger setzt der klassischen und strengen Architektur von Mies van der Rohe eine eigene, signalhafte Ästhetik entgegen und hinterfragt grundlegend konsumorientierte, affirmative Lebensformen, die viele Gesellschaften heute auszeichnen.

Die Künstlerin Barbara Kruger

Barbara Kruger (*1945) ist seit den 1970er-Jahren für ihre großformatigen Grafiken mit pointiert formulierten Aussagen oder Kurztexten bekannt, mit denen sie gängige gesellschaftliche Stereotype aus feministischer und konsumkritischer Sicht befragt und untersucht, wie Bilder und Ideen heute verbreitet und wahrgenommen werden.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

 

Öffnungszeiten,

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  • Donnerstag 10:00 - 20:00
  • Freitag-Sonntag 10:00 - 18:00

Bitte beachten Sie für die Planung Ihres Besuchs die auf dieser Seite gebündelten Informationen.

  • 1. Mai 10:00 - 18:00

Standort,

Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin

Telefon,

+49 (30) 266 42 42 42

Website,

www.smb.museum/ausstellu…

Preise,

Eintrittspreis 12,00 €

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Preis ermäßigt 6,00 €

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