Gier nach neuen Bildern

Flugblatt, Bilderbogen, Comicstrip

Deutsches Historisches Museum

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Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch, Die Alliierten Franzosen haben einen Wagen mit geschlagenen Deutschen... - Blatt 8 einer Serie russischer Volksbilderbogen (Lubok) zum Kriegseintritt Russlands gegen das Deutsche Reich, Grafik, 1914 © Deutsches Historisches Museum © Deutsches Historisches Museum

Die Ausstellung zur Geschichte populärer graphischer Nachrichtenmedien präsentiert drei Geschäftsmodelle der Flugblatt- und Bilderbogenproduktion, die sich vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert kaum verändert haben. Die Neugier auf Sensationen, aktuelle politische Satire oder informative und humorvolle Reportagen war zu allen Zeiten groß. Aus heutiger Sicht ergeben sich erstaunliche Parallelen zum gegenwärtigen Boulevardjournalismus, zum momentanen medialen Bilderkampf der Ideologien und zum anspruchsvoll-unterhaltsamen Feuilleton.

Das Angebot an sensationellen Neuigkeiten – etwa Naturkatastrophen und menschliche Schicksalsschlägen oder Mord und Totschlag in Krieg und Revolution – gilt dem breiten Publikum. Die Produktionskosten für die plakativen Bildnachrichten wurden von den Verlegern möglichst niedrig gehalten. Die Kolorierung der Holzschnitte und Lithographien mittels Schablonen übernahmen Kinder in Heimarbeit. Die Flugblätter und Bilderbogen mit politischer Satire, zum Beispiel im Kampf um den "rechten" Glauben oder gegen Zensur und Unterdrückung, stammen dagegen häufig von namhaften Künstlern. Zahlreiche Beispiele, unter anderen von Lucas Cranach dem Älteren, Kasimir Malewitsch und Pablo Picasso, werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Für unterhaltsame Bildergeschichten und Bilder zur Zeitgeschichte mit humorvollen Reflexionen begeisterte sich ein Publikum, das auch gern für seinen Nachwuchs die entsprechenden lehrreichen Kinder-Bilderbogen erwarb. Erhielten die Blätter Untertitel in mehreren Sprachen, war auch der Vertrieb international organisiert. So wurden die ursprünglich als "Münchener Bilderbogen" herausgegebenen Bildergeschichten von Wilhelm Busch auch in Amerika bekannt. Der aus Deutschland eingewanderte Zeichner Rudolph Dirks entwickelte daraus den ersten Comicstrip "The Katzenjammer Kids" als Sonntagsbeilage für das New York Journal.

Aus dem großen DHM-Sammlungsbestand an illustrierten Flugblättern, Bilderbogen, Titelkarikaturen und Comicstrips wird eine Auswahl von etwa 180 Originalen in der Ausstellung zu sehen sein, ergänzt durch komplette Bilderfolgen in Medienstationen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

Öffentliche Führungen:
MO, DO 15 Uhr
SO 14 Uhr
FR 15 Uhr, Englisch

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin

Telefon
+49 (30) 203 04-0
Führungsbuchungen
+49 (30) 203 04-751
Fax
+49 (30) 203 04-543
Website
www.dhm.de/ausstell…
Montag - Sonntag
10:00 - 18:00 Uhr
24. Dezember
Geschlossen
Eintrittspreis
8,00 €

Tageskarte für alle Ausstellungen

Preis ermäßigt
4,00 €

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