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In den Kellern Berlins

Unterirdische Rüstungsproduktion der Firma Telefunken in den Kriegsjahren 1944/1945

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

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Ein Alter Gewölbekenner mit Feuchtigkeitsspuren Foto: Wolfgang Bittner

Ein weitgehend unbekanntes Kapitel Berliner Stadtgeschichte ist die Untertageverlagerung von Rüstungsproduktion zum Ende des Krieges 1944 / 1945. Die Ausstellung „In den Kellern Berlins“ widmet sich nun diesem Thema am Beispiel der Firma Telefunken, die das größte deutsche Röhrenwerk in der Sickingenstraße in Moabit betrieb.

Ab 1944 wurden Teile der Röhrenproduktion aus der Moabiter Sickingenstraße in drei große Brauereikeller in Kreuzberg und Prenzlauer Berg, sowie in einen U-Bahntunnel am Reichstag verlagert. Mit dem Frauennamen Lore sollte die unterirdischen Anlagen getarnt werden:

· Lore 1 - heutige Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg

· Lore 2 - Bockbrauerei, Fidicinstraße 3, Kreuzberg

· Lore 3 - Königstadt-Brauerei, Saarbrücker Straße 24, Prenzlauer Berg

· Lore 4 - U-Bahntunnel, Reichstag, Mitte

Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche zu diesen vier historischen Orten. Thematisiert werden die Umbauten von Brauereikellern zu Rüstungsfabriken, die Rolle von Zwangsarbeit oder der Konflikt um die Frage, ob die Keller für den Schutz der Zivilbevölkerung oder die Rüstungsproduktion genutzt werden sollen.

Ohne das Hightech-Produkt Elektronenröhren konnten keine Funk- und Radaranlagen, Störsender oder Funksteuerungen für Raketen betrieben werden.

Nach der Präsentation im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit geht die Ausstellung Ende April auf Wanderschaft. Geplant ist, vorbehaltlich aktueller Entwicklung in der Corona-Pandemie, sie auch an den historischen Orten, in den genannten Berliner Brauereien zu zeigen.

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