Schießbefehl für Lichtenberg

Das gewaltsame Ende der Revolution 1918/19 in Berlin

Museum Lichtenberg im Stadthaus

Auf der Karte anzeigen
Museum Lichtenberg
Vernissage
19.01.2019 16:00 Uhr

Die Lichtenberger Märzkämpfe 1919 sind kaum noch in Erinnerung, die Hintergründe vergessen. Die Stadt vor den Toren Berlins wurde zum Austragungsort der letzten gewaltsamen Auseinandersetzungen in der seit November währenden Revolution. Ausgehend von der Berliner Mitte drängten alle Beteiligten auf eine Entscheidung, die mit bis dahin ungekannter Gewalt gesucht wurde. Der Sturm auf Polizeieinrichtungen und Plünderungen verschärften die Lage. Regierungsnahe Truppen gingen in Stellung. Mit einem unrechtmäßigen Schießbefehl reagierte Reichswehrminister Gustav Noske auf den vorgeblichen Tod von 60 Beamten im Lichtenberger Polizeirevier Alfredstraße. Tatsächlich wurden sie nach ihrer Entwaffnung bis auf einen Getöteten freigelassen. Vor allem in Lichtenberg kam es zu willkürlichen Verhaftungen und Misshandlungen von Revolutionären und unbeteiligten Zivilisten. 13 von ihnen wurden an der Mauer des Gemeindefriedhofes hingerichtet. Freikorpsverbände setzten sich in Marsch und beschossen Wohnquartiere mit schwerem Gerät. Am 12. März flohen die letzten Aufständischen. Damit war das Ende der Novemberrevolution in Berlin besiegelt. Militärische Gewalt war zum Mittel der Politik geworden und gab ein Muster ab für das Niederschlagen von weiteren politisch motivierten Erhebungen.

Museum Lichtenberg im Stadthaus
Türrschmidtstraße 24
10317 Berlin

Telefon
+49 (30) 57 79 73 88 11
Führungsbuchungen
+49 (30) 57 79 73 88-17
Website
museum-lichtenberg.…
Montag
Geschlossen
Dienstag - Freitag
11:00 - 18:00 Uhr
Samstag
Geschlossen
Sonntag
11:00 - 18:00 Uhr
Eintritt frei
Führungsbuchungen
+49 (30) 57 79 73 88-17

Galerie

Nach oben