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© Finja Sander
© Sina Link
© Miji Ih
© Samet Durgun
© Finja Sander
© Samet Durgun
© Friederike Goebbels
© Johannes Jakobi

Intuitiv möchte man die Redewendung „nothing ever happened“ angesichts gegenwärtiger globaler Konfliktlagen, die das Gegenteil nahelegen, zurückweisen. Massive Umbrüche in den Parteienlandschaften, nationalistische Tendenzen, Hetze von Verschwörungstheoretikern, Gewalt von Rechts, autoritär agierende Regime, die zunehmende Abschottung Europas an den Außengrenzen etc. beschreiben nur einen kleinen Ausschnitt gefährlicher politischer Entwicklungen. Man möchte mit der eigenen Stimme – und mit Bildern – dagegenhalten. Und dennoch stellt sich die Frage: Was kann mit Bildern tatsächlich gesagt und gewusst werden?

Die Beiträge der Ausstellung stehen für ein politisches Engagement – zugleich aber misstrauen sie dem Evidenzcharakter des fotografischen Bildes. Vielmehr spielen sie provokativ mit der Potenzialität von Bedeutungszuweisungen, mit der vorschnelle Behauptungen brüchig werden. So ist die Ausstellung "nothing ever happened (yet)" Ausdruck einer Suchbewegung jenseits vermeintlicher Gewissheiten, die sich mit dem Gebrauch des Mediums Fotografie noch immer – oder gerade heute, im digitalen Jetzt – nach vorne spielen.

Welche Strategien können wir als Künstler*innen entwickeln, um die Fotografie (wieder) als ein Projekt zu entwerfen, mit der soziale Realität beschreibbar wird? In dem Versuch der Beantwortung dieser Frage gerät man schnell in einen Konflikt, der irgendwo angesiedelt ist zwischen der Zurückweisung eines traditionell-dokumentarfotografischen Gebrauchs des Mediums einerseits und der Vergegenwärtigung einer mittlerweile ungehemmten Nutzung der Social Media Formate mit ihren eigenen Mechanismen der Bedeutungsgenerierung andererseits.

„nothing ever happened (yet)“ ist der Versuch, mit bildnerischen Mitteln entgegen den zunehmend transitorischen Eigenschaften der Fotografie für ihre Präsenz oder Dauerhaftigkeit einzutreten. Oder anders: der Versuch, mit bildnerischen Mitteln so präzise wie nur möglich zu werden – auch wenn dies in der Konsequenz bedeutet, eine Offenheit der Bezüge zuzulassen. 

Mit Arbeiten von: Om Bori, Samet Durgun, Max Fallmeier, Friederike Goebbels, Miji Ih, Johannes Jakobi, Jeanna Kolesova, Sina Link, Finja Sander, Maximilian Schröder

Kuratiert von Maren Lübbke-Tidow

Das Projekt  „nothing ever happened (yet)“ wird von einer Posteredition in kleiner Auflage begleitet.

Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin

Ausstellungsreihe „Seen By“

Seen By #15 ist Teil der Ausstellungskooperation „Seen By“ der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie. Sie hat zum Ziel, kuratorische und künstlerische Strategien im Umgang mit zeitgenössischer Fotografie neu zu denken. Mehr Informationen: www.smb.museum/seenby 

Öffnungszeiten,

  • Montag Geschlossen
  • Dienstag-Mittwoch 11:00 - 19:00
  • Donnerstag 11:00 - 20:00
  • Freitag-Sonntag 11:00 - 19:00

Standort,

Museum für Fotografie / Helmut-Newton-Stiftung
Jebensstraße 2, 10623 Berlin

Preise,

Eintrittspreis 10,00 €

Preis ermäßigt 5,00 €

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.

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Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.

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