Geschlossen

Vom Fragment zum Monument

Das Ischtar-Tor in Berlin

Pergamonmuseum

Auf der Karte anzeigen
© Staatliche Museen zu Berlin, Vorderasiatisches Museum / Fotograf unbekannt

Das Vorderasiatische Museum widmet sich in einer wissenschafts-historischen Kabinettausstellung im Pergamonmuseum einem der beliebtesten Wahrzeichen der Museumsinsel Berlin: dem Ischtar-Tor. Von der Grabung in Babylon (Irak) bis zur visionären Rekonstruktion in Berlin stellt die Sonderpräsentation die Herkunft des Ischtar-Tores in den Mittelpunkt und setzt die Grabungs-, Erwerbungs- und Museumsgeschichte in ihren historischen Kontext. 

Die Rekonstruktion des Ischtar-Tores im Pergamonmuseum fasziniert die Besucher*innen der Museumsinsel Berlin seit rund 90 Jahren. Der babylonische König Nebukadnezar II. (604–562 v. Chr.) errichtete die spektakuläre Toranlage in Babylon (Irak). Nach dem Untergang des babylonischen Reichs im späten 6. Jahrhundert v. Chr. zerfiel das Tor nach und nach, sodass sich bei der Ausgrabung in Babylon nur kleine Bruchstücke fanden. Aus diesen wurde dann ein Teil der Toranlage in Berlin rekonstruiert. Heute fragen sich viele Museumsbesucher*innen, wie es in das Vorderasiatische Museum in Berlin kam.

1899 bis 1917: Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft in Babylon

Die Ziegelfragmente für die Rekonstruktionen stammen aus der Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft von 1899 bis 1917 in Babylon. Während das Britische Empire und Frankreich bereits seit den 1840er-Jahren Grabungen im Osmanischen Reich durchführten und zahlreiche Fundstücke öffentlichkeitswirksam in die heimischen Museen brachten, hatte Deutschland bis dato keine große Grabung vorzuweisen und die Wissenschaft zunehmend das Gefühl, ins Hintertreffen zu geraten. Ab den 1890er-Jahren baute das noch junge Deutsche Reich unter Wilhelm II. seinen Einfluss im Nahen Osten aus und erhielt mit Babylon ein prestigeträchtiges Grabungsprojekt.

Restaurierung und Rekonstruktion der Ziegelfragmente in Berlin

Von Anfang an war neben der wissenschaftlichen Erforschung Babylons der Erwerb von Ausstellungsstücken für die Berliner Museen Ziel der Ausgrabungen. Die Ziegelfragmente bekamen die Museen in zwei Fundteilungen mit Istanbul (1903) und Bagdad (1926) zugesprochen. In Berlin begann die mühevolle Arbeit der Restaurierung und Rekonstruktion. Zuerst wurden die Ziegelfragmente entsalzt, dann die Glasuren mit Wachs gefestigt und die Bruchstücke nach Motiven und Farben sortiert. Danach setzte eine Arbeitsgruppe aus bis zu 30 Personen innerhalb von nur zwei Jahren 72 Relieftiere zusammen. Ergänzt mit modernen Ziegeln wurden aus diesen Relieftieren das Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße und die Thronsaalfassaden im Pergamonmuseum errichtet. Zur Eröffnung des Pergamonmuseums 1930 waren sie erstmals für das Publikum zu sehen.

Wiederaufbau des Ischtar-Tores als visionäre Rekonstruktion im Museum

Die Sonderpräsentation im Pergamonmuseum zeichnet den Weg des Ischtar-Tores von der Ausgrabung kleinster Glasurziegelfragmente im Bauschutt von Babylon bis zur visionären Rekonstruktion im Museum nach. Archäologisches Forschungsinteresse, imperiale Ambitionen des deutschen Kaiserreichs und die kreative Schaffenskraft der damaligen Ausgräber und Museumsmacher wirkten im Wiederaufbau des Ischtar-Tores in Berlin zusammen. Die Geschichte des Ischtar-Tores spiegelt daher zugleich die Geschichte dieser Zeit und die Geschichte des Vorderasiatischen Museums wider, dass 1899 gegründet wurde.

Mit diesen Gesichtspunkten ergänzt die Sonderpräsentation die aktuelle Dauerausstellung und trägt dem vermehrten Wissensbedürfnis der Besucher*innen nach der Herkunft der Ausstellungsstücke Rechnung. Ausgehend von Fragmenten glasierter Ziegel wird so die Wiedererschaffung des Ischtar-Tores nachvollziehbar, so wie sie durch historische Fotos und Rekonstruktionszeichnungen sowie Archivdokumente überliefert ist.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch den Förderverein Freunde der Antike auf der Museumsinsel Berlin e.V. und Museum&Location.

Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5
Besuchereingang über James-Simon-Galerie, Bodestraße
10117 Berlin

Veranstalter

Vorderasiatisches Museum

Servicetelefon
+49 (30) 266 42 42 42
Führungsbuchungen
+49 (30) 266 42 42 42
Website
www.smb.museum/muse…
E-Mail
[javascript protected email address]
Website
www.smb.museum/auss…
Montag
Geschlossen
Dienstag - Mittwoch
10:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag
10:00 - 20:00 Uhr
Freitag - Sonntag
10:00 - 18:00 Uhr
1. Januar
12:00 - 18:00 Uhr
8. März
10:00 - 18:00 Uhr
1. Mai
10:00 - 18:00 Uhr
3. Oktober
10:00 - 18:00 Uhr
24. Dezember
Geschlossen
25. Dezember
10:00 - 18:00 Uhr
26. Dezember
10:00 - 18:00 Uhr
31. Dezember
10:00 - 14:00 Uhr
Eintrittspreis
12,00 €

Pergamonmuseum.

Preis ermäßigt
6,00 €

Ticket kaufen

Weitere Ausstellungen

Nach oben