Lieblingsorte zum (Wieder-)Entdecken
10 sommerliche Tipps

Sommerzeit, schönste Zeit, Zeit für Museen! Die Museen kennen kein Sommerloch, keine Spielzeitpause wie die meisten Bühnen. Es lohnt sich, hier auf dem Portal in den vielfältigen Angeboten zu stöbern und querzulesen. Wem dazu Zeit und Muße fehlen, für den haben wir ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die uns selbst begeistern. Einen wunderbaren Sommer wünscht Ihnen das Team vom Museumsportal Berlin!

© BGBM / Foto: I. Haas

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Kennen Sie schon den Berliner Botanischen Garten, einen der größten der Welt? Heimische Wälder und Wiesen mögen Ihnen vertraut sein, aber hier können Sie die Vegetation von den Alpen bis hin zum Kaukasus durchstreifen. Fernöstliche Pflanzen und die üppige Pracht des tropischen Regenwaldes betören Ihre Sinne in den wunderschönen Gewächshäusern. Im Botanischen Garten gehen die Uhren langsamer und es duftet besonders im Sommer ganz wunderbar, probieren Sie es aus! Ab 16. August präsentiert eine Ausstellung im Botanischen Museum Berlin Installationen zeitgenössischer Künstler_innen, die sich mit Blick auf Ressourcen, Biodiversität und Müll mit den Methoden und Ästhetiken der Wissenschaft auseinandersetzen. Die Arbeiten wurden zum Teil eigens für das Projekt entwickelt.
 

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Foto: Jürgen Pleuser, 2015

Brücke Museum & Kunsthaus Dahlem

Am Rand des Grunewalds gelegen und miteinander durch einen Garten verbunden sind das Brücke-Museum und das Kunsthaus Dahlem. Beide hinterfragen zurzeit mit ihrer gemeinsamen Ausstellung Flucht in die Bilder? erstmals kritisch die künstlerische Praxis und den Alltag der ehemaligen Brücke-Künstler im Nationalsozialismus und beim Wiederaufbau. Der Workshop Experiment Natur Malerei lädt Kita-, Schul- und Privatgruppen ein, sich unter freiem Himmel spielerisch diesen Wegbereitern der klassischen Moderne zu nähern. Die begehbare Installation Casa Isadora der Künstlerin Sol Calero im Garten ist (auch außerhalb der Öffnungszeiten) ein idyllischer Ort der Begegnung.

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© Enric Duch 2015 / Bildarchiv Georg Kolbe Museum

Georg Kolbe Museum

Wer die viel befahrene Heerstraße im Berliner Ortsteil Westend erfolgreich überquert und sich dem Museum genähert hat, wird beim Betreten des Grundstücks reich belohnt: Bereits im Garten des Museums, einer ruhigen Oase mit schönen alten Bäumen, sowie im Skulpturenhof erwarten Sie zahlreiche Plastiken aus unterschiedlichen Schaffensphasen Georg Kolbes. Auf der Terrasse des Café K lässt es sich auch bei großer Hitze gut aushalten (nur noch bis zum 15. September geöffnet, danach wegen Umbau geschlossen). Im Museum, dem ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des namensgebenden Bildhauers, läuft zurzeit die Ausstellung Lynn Chadwick. Biester der Zeit. Für eine Tour zum zweiten Teil der Ausstellung im Haus am Waldsee werden Fahrräder verliehen.

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© Pipilotti Rist, Courtesy: Hauser & Wirth and Luhring Augustine

Gropius Bau

Der Gropius Bau steht für einen freien Umgang mit verschiedenen künstlerischen Denk- und Arbeitsweisen. Diese Vielfalt spiegelt sich in den aktuellen Ausstellungen: The Black Image Corporation by Theaster Gates verhandelt anhand historischer Fotografien die Identität von Afro-Amerikaner*innen seit den 1950er-Jahren. Die pakistanische Videokünstlerin, Fotografin und Installationskünstlerin Bani Abidi lebt seit 2011 in Berlin. Ihre erste Einzelausstellung They Died Laughing dreht sich u. a. um Konflikte ihrer Heimatregion. Die Schau Garten der irdischen Freuden erweitert den Begriff des Gartens als klassischer Sehnsuchtsort um kulturelle und philosophische Perspektiven, z. B. mit einer Installation aus Pflanzen im Lichthof. Ein guter Ort an heißen Sommertagen!

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Foto: Harry Schnitger

Haus am Waldsee

Wo lässt sich der Sommer besser verbringen als am Wasser? Wir empfehlen deshalb einen Besuch des Haus' am Waldsee, einer Villa im englischen Landhausstil, die bereits seit 1946 als Ausstellungshaus fungiert. Zurzeit ist hier ein Teil der Retrospektive Lynn Chadwicks zu sehen. Im Skulpturengarten können Sie sich entspannt im Schatten der Bäume niederlassen oder am See ausprobieren, ob Sie einen Hauch der Nebelinstallation The Weather Project erhaschen. Am 13. Juli gibt es ein Gartenpicknick. Wer tatsächlich baden möchte, kann sich im Museum ein Fahrrad leihen und zur Krummen Lanke radeln. Dieser See liegt bereits auf dem Weg zum Georg Kolbe Museum. Dort sind weitere Werke Chadwicks zu sehen und man kann das Rad da auch wieder abgeben.

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© Museum für Naturkunde Berlin

Museum für Naturkunde

Abkühlung gefällig? Die Nasssammlung im Museum für Naturkunde bewahrt und zeigt Tiefseefische, Hammerhaie und Rochen bei unter 18 Grad. Der Raum mit 276.000 Gläsern gehört an heißen Sommertagen zu den kühlsten Orten Berlins. Das Mikroskopierzentrum oder Dinosaurier im Computertomografen laden ebenso zum Besuch ein. In den Familienführungen zu den Ausstellungshighlights wird auch das Originalskelett des Tyrannosaurus rex. erklärt. Wer Hitze und Klimaerwärmung auf den Grund gehen will, dem sei die Sommerschule Klimawissen mit Experten des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung empfohlen. Schüler und Studierende haben jeden Freitag ab 13.30 Uhr freien Eintritt ins Museum!

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Foto: Archiv Heimatmuseum Reinickendorf

Museum Reinickendorf

Das Museum Reinickendorf, eins der elf regionalhistorischen Museen Berlins, befindet sich seit 1980 in der alten Dorfschule des Ortsteils Hermsdorf. Ein Rundgang durchs Haus gewährt Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Bezirks. Besonders sehenswert ist das rekonstruierte germanische Gehöft im Museumsgarten. Das Museum betreut auch den nahe gelegenen Gedenkort für die Dadaistin Hanna Höch. An der Wildbahn 33 lebte die Künstlerin fast 40 Jahre bis zu Ihrem Tod im Jahr 1978. Das ehemalige Bahnwärterhäuschen und der von der Künstlerin geschaffene Bauerngarten bilden ein Gesamtkunstwerk, das nach Anmeldung von Frühjahr bis Herbst zu besichtigen ist. Ohne Anmeldung ist das Haus am 7. und 8. September an den Tagen des offenen Denkmals jeweils ab 14 Uhr zugänglich.

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© SPSG / Foto: Leo Seidel

Pfaueninsel

Die malerische Pfaueninsel ist eins der schönsten Ausflugsziele in Berlin. Das UNESCO-Kulturerbe und Naturschutzgebiet garantiert Ruhe und eine Spur preußisch-königlichen Lebensgefühls. Empfohlen sei der Panorama-Rundgang, der an allen Bauten entlangführt. Das markante weiße Lustschloss ist derzeit leider nicht zu besichtigen. Dafür lohnt sich die Ausstellung Bäuerliches Plaisir und Goldrubinglas in der Meierei. In dem Gebäude, das an eine verfallene Klosterruine erinnert, wurden die Milchkühe von den Majestäten persönlich gemolken. Friedrich Wilhelm III. ließ die Insel ab 1816 in einen Landschaftspark verwandeln, die vielerorts anzutreffenden alten Eichen sind Überbleibsel. Die Käfer Heldbock und Eremit leben auf deren Alt- und Totholz. Sie sind geschützt, ebenso wie Fledermäuse, Spechte und die Sandtrockenrasen im Nordteil. Auf der Spielwiese in der Inselmitte ist Platz für ein Picknick.

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© Berliner Waldmuseum

Waldmuseum

Mitten im Wald und dennoch fußläufig zum S-Bahnhof Grunewald gelegen, befindet sich einer der ältesten grünen Lernorte Berlins, die Waldschule und das Waldmuseum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Anhand von Großdioramen mit heimischen Tieren und Objekten wie Tierschädeln und -fellen, Vogelnestern, Baumscheiben und Zapfen wird das Ökosystem des Waldes erläutert. Große und kleine Besucher*innen können Vogelstimmen und Waldgerüche erraten, Fundstücke ertasten und unter dem Mikroskop die kleine Zauberwelt des Waldes betrachten. Im Waldgarten, der direkt an das Museum angrenzt, laden Erlebnis- und Waldspielstationen zum Entdecken ein. An Wochenenden können Sie an geführten (Nacht-) Wanderungen, Mitmachaktionen oder fachlichen Exkursionen teilnehmen. Am 1. September steigt das Waldmuseumsfest!

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Zitadelle Berlin, Foto: Friedhelm Hoffmann

Zitadelle Berlin

Die Zitadelle ist mit ihren Bastionen und Wallanlagen eine der am besten erhaltenen Renaissancefestungen Nordeuropas und somit unbestritten ein Architekturdenkmal. Vom Juliusturm, dem ältesten Gebäudeteil, bietet sich ein wunderbarer Blick auf das gesamte Areal. Welchen Personen warum Denkmäler gesetzt werden, war und ist zu allen Zeiten ein trefflicher Streitpunkt. Die Ausstellung Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler gibt aufschlussreiche Anregungen. Im neuen Zentrum für Aktuelle Kunst sind zurzeit erstmals außerhalb Leipzigs 100 Hauptwerke aus der Kunstsammlung der Leipziger Sparkasse zu sehen. Meisterwerke von Heisig, Mattheuer, Rink, von Neo Rauch oder Tilo Baumgärtel zeichnen die Hauptwege der Kunstentwicklung von der DDR bis in die Gegenwart nach. Ein Muss nicht nur für Anhänger der inzwischen weltbekannten Leipziger Schule.

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