Ein Ausblick auf 2019

Mehrere große Jubiläen und Eröffnungen erwarten den Kulturinteressierten in diesem Jahr. Der Reigen der Berliner Ausstellungen zum Bauhausjubiläum hat bereits begonnen. Im Herbst wird sich alle Aufmerksamkeit auf Alexander von Humboldt richten, zu dessen 250. Geburtstag zahlreiche Ausstellungen stattfinden. Im November feiert Berlin den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Eine Vorschau auf diese und andere Highlights des Jahres.

© KPB

100 Jahre Bauhaus

Im April öffnet das neue Bauhaus-Museum in Weimar, im September das in Dessau. Auf den Erweiterungsbau des Bauhaus-Archivs in Berlin muss man noch ein paar Jahre warten. Dafür gibt es hier das ganze Jubiläumsjahr hindurch spannende Ausstellungen, etwa im Bröhan-Museum, im Haus der Kulturen der Welt und ab 6. September in der Berlinischen Galerie. Vom 31. August bis zum 8. September steht ganz Berlin im Zeichen des Bauhauses: In der Bauhauswoche erfährt man in zahlreichen Veranstaltungen nicht nur viel über die berühmte Designschule, sondern kann auch den Tag in ihrem Geist verbringen: mit Morgengymnastik auf Dächern der Moderne, Lunch in ausgewählten Cafés, Schaufensterbummel vor Bauhaus-Design und Vorträgen und Performances am Abend.

mehr
© Fondazione Querini Stampalia, Venedig / cameraphoto arte snc

Mantegna und Bellini

Zwei große italienische Renaissancekünstler sind zu Besuch in Berlin! Am 1. März eröffnet das Highlight des Ausstellungsjahres, die Sonderausstellung Mantegna und Bellini in der Gemäldegalerie. Andrea Mantegna, ein aufstrebender Paduaner Künstler aus einfachen Verhältnissen, wurde dank seines Talents früh zu einem der bekanntesten Maler seiner Zeit. Giovanni Bellini war bereits berühmt, stammte er doch aus einer renommierten Künstlerfamilie. Die Ehe Mantegnas mit Bellinis Schwester im Jahr 1453 machte die beiden Konkurrenten zu ebenbürtigen Freunden. Oft nahmen sie in ihren Werken Bezug aufeinander. Eine Besonderheit der Ausstellung, neben den prominenten, internationalen Leihgebern, bildet die gleichberechtigte Darstellung von Grafik und Malerei.

mehr
© DHM

250. Geburtstag von Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt galt seinerzeit als Star, unternahm er doch Expeditionen in Länder, von denen man sich in Preußen damals gar kein Bild zu machen vermochte. Er korrespondierte mit Politikern und Gelehrten weltweit und öffnete seine Vorlesungen für jedermann. Nicht zuletzt seine globale Betrachtungsweise und sein Eintreten gegen koloniale Ausbeutung und Naturzerstörung machen ihn heute noch so aktuell. Im 250. Geburtstagsjahr widmen sich dem vielseitigen Forschungsreisenden auch viele Berliner Museen mit Ausstellungen und Veranstaltungen, wie etwa der Botanische Garten, das Deutsche Historische Museum, das Museum Knoblauchhaus oder das Museum für Naturkunde. Das ganze Programm finden Sie hier!

mehr
© SPSG. Foto: Gerhard Murza

Italien in Potsdam

Das Sehnsuchtland Italien steht im Zentrum des Potsdamer Kulturjahres. Ausgangspunkt ist die Ausstellung „Wege des Barock“ im Museum Barberini, in deren Rahmen Werke aus den Palazzi Barberini und Corsini in Rom präsentiert werden. Lesungen, Stadt- und Gartenspaziergänge sowie Konzerte rund um die italienische Kunst und Kultur erwarten Sie etwa im Schloss und Park Glienicke, im Orangerieschloss oder im Schloss und Park Charlottenhof. Höhepunkt ist am 16. und 17. August die Potsdamer Schlössernacht, die unter dem Motto „Una Notte Italiana“ stattfindet. Mithilfe einer als Wanderweg konzipierten App können römische Einflüsse auf Kunst und Architekturen in Potsdam und Umgebung entdeckt werden.

mehr
© Lorenz Kienzle

200 Jahre Fontane

Das Fontanejahr bietet die Gelegenheit, den bedeutendsten deutschen Realisten und seine Werke neu zu entdecken. Ein reiches Veranstaltungsprogramm erwartet Sie natürlich in verschiedenen brandenburgischen Städten - den berühmten Schauplätzen seiner Wanderungen und Werke. In Berlin widmet das Märkische Museum Fontane ab August eine fotografische Ausstellung: Seine poetischen Beschreibungen der stetig sich wandelnden Stadt Berlin werden beeindruckenden historischen Stadtbildfotografien von Leopold Ahrendts bis F. Albert Schwartz gegenübergestellt. Wie die Schauplätze seiner Romane heute aussehen, zeigen Ihnen die Aufnahmen von Lorenz Kienzle, der sie mehr als 10 Jahre lang dokumentierte.

mehr
© BBR / SPK / Björn Schumann

Ein Entrée zur Museumsinsel

Von außen scheint die James-Simon-Galerie von David Chipperfield nur aus Sockel, Freitreppe und Kolonnaden zu bestehen. Dabei beherbergt sie all jene Funktionen, auf die die Insel mit ihren fünf denkmalgeschützten Häusern bisher verzichten musste: einen großzügigen Kassen- und Shopbereich, Garderoben, ein Café mit Aussicht, Sonderausstellungsraum und Veranstaltungssaal. Im Juli wird man die weite Treppe erstmals hochgehen und den Blick hinüber auf das Schloss genießen können. Ende August wird die erste Sonderausstellung eröffnet zur Geschichte der Abformungen von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst. Anlass ist der 200. Geburtstag der Berliner Gipsformerei, deren Werke einst das ganze Hauptgeschoss des Neuen Museums füllten.

mehr
© Schnepp Renou

Ein Haus für die Zukunft

Wie werden wir in Zukunft arbeiten, wohnen und unseren Energiebedarf decken? Wovon werden wir uns ernähren? Darüber kann man derzeit viel lesen, spannender aber ist es, etwas ansehen und ausprobieren zu können. Am 5. September eröffnet das Futurium, das silbrig schimmernde Gebäude nah dem Berliner Hauptbahnhof, mit einer großen Ausstellungsetage und einem Mitmachlabor im Untergeschoss, in dem man zum Beispiel Dinge im 3D-Drucker herstellen, Prototypen testen oder Nahrungsmittel der Zukunft produzieren kann. Alle sind eingeladen, ihre Ideen für eine lebenswerte Zukunft einzubringen – auch in den Diskussionsveranstaltungen, Slams und Workshops, die hier geplant sind.

mehr
© KPB unter Verwendung von Fotos von H. Zimmermann und dpa

30 Jahre Friedliche Revolution

Vom 4. bis zum 9. November wird man noch einmal in die bewegenden Jahre 1989/90 eintauchen können – und das spektakulär. Sieben Orte, von der Gethsemanekirche über den Alexanderplatz bis zur Stasi-Zentrale, werden sich mit großformatigen Projektionen von historischen Fotos und Soundinstallationen wieder in Schauplätze der Friedlichen Revolution verwandeln. Zahlreiche Museen, Bühnen und Künstlergruppen beteiligen sich am Programm an den verschiedenen Orten. Höhepunkt ist am 9. November ein stadtweites Musikfestival. Noch weiter zurück geht der Blick in der Ausstellung des Ephraim-Palais‘ über Ost-Berlin. Sie untersucht das Leben in der „halben Hauptstadt“ im Spannungsfeld von sozialistischer Metropole und Alltag.

mehr
© SHF / Stephan Falk

Eröffnung Humboldt Forum

2020 ist es soweit: Das Humboldt Forum wird eröffnet. In dem von Franco Stella entworfenen Bau, der an drei Seiten die historische Fassade von Andreas Schlüter erhalten hat, wird es viele Schätze zu entdecken geben. Schrittweise erfolgen die Eröffnungen der einzelnen Bereiche. Den Anfang bildet das Museum des Ortes, das sich über das gesamte Forum verteilt der Geschichte des Ortes widmet. Unter den 38 „Spuren“ finden sich Mauern und archäologische Funde des Schlosskellers, Kolossalstatuen der ehemaligen Schlossfassade oder gar ein Relief aus dem Palast der Republik, das wie schon damals im Restaurant des Hauses zu finden sein wird. Mit den Humboldt Forum Highlights können Sie sich schon jetzt auf die Eröffnung einstimmen.

mehr
Nach oben