Willkommen im Museumsportal
Neuaufnahmen 2019

Zum Ende des Jahres blicken wir zurück und stellen Ihnen die Häuser vor, die in den vergangenen Monaten Teil des Museumsportals geworden sind. Viel Spaß beim Entdecken!

Foto: jimcramer.de

Braun-Sammlung Ettel

Liebhaber von Produktdesign finden in einer ehemaligen Galerie in Moabit nahezu alle Produkte, die der Elektrogerätehersteller Braun von 1930 bis 2000 entwickelt hat: von Taschenrechnern und Tischfeuerzeugen über Zitruspressen und Rasiergeräte bis zu Fernsehern und Stereoanlagen. Der frühere Kunsterzieher Werner Ettel hat die Sammlung aufgebaut. Nicht als Design-Ikonen, sondern als Objektgruppen in unterschiedlichen Form- und Farbvarianten sind die Exponate inszeniert. Das schult den Blick für die ästhetischen und praktischen Details und die historische Entwicklung der Gebrauchsprodukte, darunter berühmte Designklassiker. Manche Lösungen erinnern auch an Apple-Geräte. So hat das Taschenradio „T3“ von 1958 mit seiner kreisrunden Skala den ersten iPod inspiriert.

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© Paul Singer e.V.

Friedhof der Märzgefallenen

255 Opfer der Berliner Märzrevolution sind auf diesem eigens für sie angelegten Friedhof begraben. Am authentischen Ort wird der gefallenen Barrikadenkämpfer gedacht und gleichzeitig an zwei Revolutionen erinnert. Vor dem Friedhof steht ein zum Ausstellungspavillon umgebauter 30 Meter langer Seecontainer. Die Berliner Märzrevolution ist hier in ihren nationalen und europäischen Kontext gestellt. Seit 2018 und noch bis 2020 wird der Friedhof der Märzgefallenen mit Lotto-Mitteln als Ausstellungs- und Gedenkort weiterentwickelt. So konnte eine neue Außenausstellung zur Revolution von 1918/19, zu Gedenkorten an die Revolution von 1848/49 in Deutschland und in Europa sowie zur Geschichte des Friedhofs bis in die Gegenwart verwirklicht werden.

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© Schnepp Renou

Futurium

Alles beginnt mit einer Frage: „Wie wollen wir leben?“ Das Futurium setzt bei der Überzeugung an, dass die mögliche Zukunft aus unseren Entscheidungen und unserem Handeln entsteht. Das Haus mit mehr als 5000 qm gliedert sich in die drei großen Bereiche Ausstellung, Forum und Lab. Die Denkräume Mensch, Natur und Technik in der Ausstellung stellen unterschiedliche Zukunftsoptionen vor. Das Forum soll den gemeinschaftlichen Dialog befördern, indem sich hier Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft begegnen. Und das Lab ist ein Ort zum Ausprobieren: In kreativen Workshops können sich Besucher aller Altersgruppen spielerisch mit Zukunftstechnologien beschäftigen. Das Futurium wird zu großen Teilen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragen.

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Foto: Susanne Reumschüssel

Industriesalon Schöneweide

Oberschöneweide im Berliner Südosten entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Standort der Elektroindustrie. Hier ließ die AEG riesige Werkhallen bauen. In der DDR war Schöneweide der größte innerstädtische Industriestandort. Nach dem Mauerfall wurden die meisten Betriebe abgewickelt. Seitdem haben sich Künstler und kleinere Betriebe in den denkmalgeschützten Gebäuden angesiedelt. In einer großen Halle, die bis 1989 zum Transformatorenwerk Oberschöneweide gehörte, sind Gegenstände aus der Produktion des ehemaligen Werkes für Fernsehelektronik, des größten Ost-Berliner Betriebs, ausgestellt. Zu sehen sind u.a. eine elektronische Orgel, der Prototyp des DDR-Mikrowellenherdes, Raketenköpfe, Mikroskope und Radaranlagen.

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© Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker

James-Simon-Galerie

Das neue Besucherzentrum der Museumsinsel, entworfen von David Chipperfield, ist sofort nach seiner Eröffnung zum Publikumsmagneten avanciert. Es ist nach James Simon (1851–1932) benannt, dem bedeutendsten Mäzen der Staatlichen Museen zu Berlin. Der Bau übersetzt das historische Motiv der Kolonnaden in eine elegante moderne Form. Zum 200-jährigen Jubiläum der Gipsformerei präsentiert die weltweit größte noch tätige Manufaktur, die Abgüsse herstellt, derzeit ihre Bestände im Ausstellungsraum der James-Simon-Galerie. Seit Jahrtausenden wird das Abformen nahezu unverändert ausgeführt, ist also eine Kulturtechnik, die zu den ältesten bildnerischen Mitteln der Menschheit gehört. Gips gilt als fein, adaptiv und äußerst präzise. Rund 200 Exponate verdeutlichen, wie nah der Gipsabguss dem Leben kommen kann.

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Foto: Marco Funke

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst

Seit 2016 laufen auf dem historischen Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln rund fünf Ausstellungen im Jahr. Das Raumensemble, bestehend aus Maschinenhaus, Sudhaus, Turm und Kesselhaus, ist ein hybrider Kulturort, an dem Baugeschichte und Gegenwartskunst spannungsvoll zusammenkommen. Auf den drei Etagen des denkmalgeschützten Maschinenhauses, das auf eine private Initiative hin umgestaltet wurde, werden monografische Werkschauen und thematische Gruppenausstellungen internationaler Künstlerinnen und Künstler verschiedener Genres präsentiert. Mit einer Deckenhöhe von 20 Metern bietet das Kesselhaus einen in Berlin einzigartigen Rahmen für ortsspezifische Arbeiten.

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© Lernort Keibelstraße

Lernort Keibelstraße

Zwischen 1951 und 1990 befand sich in der Keibelstraße in Berlin-Mitte eine Untersuchungshaftanstalt (UHA) des DDR-Ministeriums des Innern. Von 1992 bis 1996 wurden nachfolgend modernisierte Zellen im sechsten Stock für den Polizei- und Abschiebegewahrsam genutzt. 2019 eröffnete hier ein Lernort, an dem sich Schulklassen und andere Gruppen am authentischen Ort mit dem Haft-, Rechts- und Justizsystem der DDR, mit Kriminalität und Kriminalisierung und der DDR-Geschichte auseinandersetzen können. Der Lernort geht neue Wege in der interaktiven und mediengestützten Bildungsarbeit. Workshops behandeln die verschiedenen Inhaftierungsgründe, allgemeine Haftbedingungen, die speziellen Umstände einer Untersuchungshaft und regen an, über den Sinn und Zweck von Haft ganz grundsätzlich nachzudenken.

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Foto: René Müller

Mies van der Rohe Haus

Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969) entwarf dieses Landhaus 1932 in seiner Zeit als Direktor am Bauhaus. Auf einem stillen Gartengrundstück liegt es wie ein L-förmiger Riegel im grünen Gras – Funktionalität und Idylle in schönster Harmonie. Die Bauherren, das Ehepaar Lemke, Betreiber einer Graphischen Kunstanstalt und Druckerei, wurden 1945 von der Roten Armee aus dem Haus vertrieben. Seit den 60er-Jahren verschandelte das Ministerium für Staatssicherheit das Gebäude durch zahllose Umbauten. 1977 vom Ost-Berliner Magistrat unter Denkmalschutz gestellt, gelangte das Haus Lemke 1990 dank bürgerschaftlichen Engagements in die Trägerschaft des Bezirks Höhenschönhausen (heute Lichtenberg). Das Bauhaus-Kleinod ist ein Glücksfall für die Kunst der Moderne, als Ausstellungsort, als Treffpunkt von Architekten und Ort für kulturelle Veranstaltungen.

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© BStU/Popa

Stasi-Zentrale

Auf dem Gelände an der Normannenstraße in Lichtenberg befand sich bis 1990 die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Ein Monument der Überwachung, so könnte man das Stasi-Unterlagen-Archiv heute beschreiben. Es umfasst 43 Kilometer Unterlagen, in denen massenhaft persönliche Daten gespeichert sind. Die sogenannte „Mielke-Suite“ mit den Diensträumen des Ministers für Staatssicherheit ist original erhalten im Stasi-Museum zu besichtigen.
2018 eröffnete die Ausstellung „Einblick ins Geheime“, die das Stasi-Unterlagen-Archiv und seine Bedeutung für die Gegenwart besser begreifbar macht. Die Schau erklärt, wie die Unterlagen entstanden und macht anhand von Einzelschicksalen deutlich, welche Auswirkungen dies auf die Betroffenen hatte.

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