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Museen, die man sehen sollte

10 Highlights

Berlins größter Schatz sind wohl seine Museen, von denen es mittlerweile rund 200 verteilt über die ganze Stadt gibt. Wochen und Monate könnte man in ihnen verbringen, immer wieder Neues entdecken und vieles lernen über Weltkulturen, Natur-, Technik-, Kulturgeschichte oder Kunst. Doch oft drängt die Zeit, insbesondere, wenn man nur kurz in Berlin weilt. Wir haben wir uns gefragt, welche Berliner Museen man wenigstens einmal im Leben gesehen haben muss. Ein subjektiver Blick auf die Berliner Museumslandschaft!

© SMB. Foto: Maximilian Meisse
Altes Museum Museumsinsel Berlin-Mitte © SMB. Foto: Maximilian Meisse

Altes Museum

Es war der Parthenon in Athen, den Karl Friedrich Schinkel sich als Vorbild wählte, als er den Bau des Alten Museums plante. Für ihn war es sein bestes Bauwerk, denn es verkörpert die in der Aufklärung wurzelnde Idee eines Museums als Bildungseinrichtung. Im Inneren des Museums findet ihr die Antikensammlung mit archäologischen Funden griechischer, römischer und etruskischer Kunst. Einen wunderschönen Ausblick auf den benachbarten Berliner Dom und das neu entstehende Berliner Stadtschloss bietet die Freitreppe.

© SMB. Foto: F. Friedrich
Eingang der Alten Nationalgalerie mit doppelläufiger Treppe und Portikus © SMB. Foto: F. Friedrich

Alte Nationalgalerie

“Der deutschen Kunst” heißt es unter dem Fries der Alten Nationalgalerie, deren Fassade an einen korinthischen Tempel erinnert. Neben Meisterwerken von Max Liebermann, Adolph von Menzel oder Caspar David Friedrich bietet das Museum auch eine große Anzahl französischer Kunstwerke des 19. Jahrhunderts, etwa von Manet, Monet oder Rodin. Die wunderschönen Treppenhäuser und Blickwinkel im Inneren, die verschiedenste Perspektiven auf die Sammlung und den Berliner Dom draußen eröffnen, solltet ihr euch keinesfalls entgehen lassen.

SDTB / Foto: C. Kirchner
Ein modernes Neubaugebäude mit Glasfassade. An einer Stahlkonstruktion auf dem Dach hängt ein Flugzeug.

Deutsches Technikmuseum

Eine Museumsstadt hat sich auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs angesiedelt: Lokschuppen, eine Brauerei, sogar eine Mühle befinden sich auf dem Areal und sind Teil des Museumsparks des Deutschen Technikmuseums. In der Dauerausstellung könnt ihr alles zum Thema Luft- und Raumfahrt, Schifffahrt und Schienenverkehr, aber auch zur Kommunikations-, Informations- und Filmtechnik erfahren. Dieser Museumskomplex ist wirklich unerschöpflich an spannenden Objekten und Geschichten und ein einziger Besuch ist sicher nicht genug im Leben.

© Museumsportal. Foto: J. Böhmler

Gropius Bau

Goldene Mosaike und verschiedenfarbige Ziegelsteine schmücken die Fassade des von Martin Gropius entworfenen Gebäudes. Der Gropius Bau beherbergt keine Dauerausstellungen, ist jedoch heute Schauplatz großer internationaler Wander- und Wechselausstellungen. Architektonischer Höhepunkt ist neben der Fassade der zentrale Lichthof. Umgeben von filigranen Säulen und weitläufigen Galeriegeschossen bietet er einen wunderbaren Ort für die Präsentation archäologischer Großobjekte, Tanzperformances oder zeitgenössischer Kunst. Dieses Haus wird euch mit seinen Ausstellungen immer wieder neu überraschen.

© Wikimedia Commons.Foto: Wolfgang Staudt

Holocaust–Mahnmal

An einen Friedhof oder ein Labyrinth ohne Zentrum erinnert das Holocaust-Mahnmal zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit seinen 2711 ungleich hohen Stelen entzieht sich einer klaren Interpretation, steht es doch für Ereignisse in der deutschen Geschichte, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Ergänzt wird das Mahnmal durch den unterirdischen Ort der Information. Dieser versammelt die Geschichten der Millionen von Menschen, die in deutschen Vernichtungslagern ermordet wurden – ein bewegender Ort, den man einmal in seinem Leben gesehen haben muss.

Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Jüdisches Museum

Bis heute ist der expressive Bau auf dem Grundriss eines zerbrochenen Davidsterns einer der beeindruckendsten architektonischen Bauten Berlins. Unregelmäßige Fensteröffnungen in der Zinkblechfassade, schräge Betonwände, asymmetrische Säle und nicht betretbare Leerräume geben dem Neubau des Jüdischen Museums einen abstrakten, zeichenhaften Charakter. Einzigartig und vielseitig ist die Dauerausstellung zu 2000 Jahren jüdischer Kulturgeschichte und zum Holocaust, die derzeit umgestaltet und Anfang 2020 neu eröffnet wird. Die aktuellen Ausstellungen sowie die Schönheit des Gartens des Exils sind dennoch jeden Besuch wert.

Museum für Naturkunde Berlin

Museum für Naturkunde

Gleich beim Eintritt in die große, mit Glas überwölbte Halle ist man fasziniert von den dort ausgestellten Saurierskeletten. Mit über 13 Metern Höhe reicht der Brachiosaurus bis knapp unter die Decke. Ein paar Räume weiter schreitet Tristan, ein Vertreter der wohl gefürchtetesten Saurierart, daher, der noch bis Ende des Jahres in Berlin zu Gast ist. Doch das Museum für Naturkunde hat noch viel mehr zu bieten als Saurier: Spannend sind die Dauerausstellungen über das Sonnensystem und die Mechanismen der Evolution, gruselig schön die in gelbes Licht getauchten zoologischen Alkoholsammlungen – ein Museum, nicht nur für Kinder.

© SMB. Foto: Achim Kleuker

Neues Museum

Die wohl schönste Berlinerin, Nofretete, empfängt ihre Gäste in diesem Haus. Im Vergleich zu ihrem hohen Alter, etwa 3358 Jahre inzwischen, ist die ägyptische Königin noch nicht lange hier wohnhaft: Erst 2009 wurde das im Krieg stark beschädigte und von David Chipperfield renovierte Neue Museum wiedereröffnet. Neben den ausgestellten Objekten aus dem Alten Ägypten und der Vor- und Frühgeschichte machen Chipperfields architektonische Interpretationen des vorgefunden Hauses dieses zu einem besonders sehenswerten Ort in Berlin. Unser Liebling ist die majestätische Treppenanlage, die dem Original von August Stüler zeitgenössisch nachempfunden ist.

© SMB. Foto: Maximilian Meisse

Pergamonmuseum

Eigens für den Pergamonaltar wurde das Pergamonmuseum im Jahr 1930 als letztes der fünf Museen auf der Museumsinsel errichtet. Die Geschichte des Altars spiegelt die vieler anderer Objekte wider, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in die Berliner Museen kamen. Doch wären sie nicht hier, würden sie vielleicht längst nicht mehr existieren. Beim Vorbeischlendern am Markttor von Milet, der Prozessionsstraße von Babylon und dem Ischtartor könnt ihr eintauchen in antike Kulturen. Mag der Pergamonaltar noch einige Jahre renoviert werden, bietet das Pergamonmuseum dennoch eine einzigartige Sammlung, die ihr euch nicht entgehen lassen dürft.

© SPSG. Foto: Barbara und René Stoeltie
Schloss Sanssouci, Marmorsaal © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Foto: Barbara und René Stoeltie

Schloss Sanssouci

Sorgenlos spaziert es sich durch den Park des Potsdamer Schlosses Sanssouci, dessen Höhepunkt das von Friedrich II. als Sommerresidenz geplante Schloss bildet. Zwölf Zimmer befinden sich darin – zumeist im Stil des französischen Rokoko, eines schöner und prachtvoller als das andere. Der Marmorsaal mit seiner sich nach oben öffnenden Kuppel erinnert ein wenig an das römische Pantheon. Drei Türen öffnen sich von hier auf die mit Wein bepflanzten Terrassen, die in den Schlosspark hinabführen. Es wundert kaum, dass das Schloss für Friedrich II. zeit seines Lebens sein geliebter Rückzugsort war. Auf seinen Wunsch hin fand er hier auch seine letzte Ruhestätte.