Junge Freundeskreise in den Berliner Museen
Mitgliedschaften für Menschen unter 35

Fördervereine sind für viele Kultureinrichtungen eine wichtige Stütze. Wer fördert, bekommt diverse Benefits – zum Beispiel die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken, Gleichgesinnte zu treffen und die museale Arbeit zu begleiten. Wir haben einige Möglichkeiten zusammengestellt, wie sich besonders junge Menschen aktiv in den Berliner Museen einbringen können.
 

Jung und Artig zu Besuch im Studio von Olafur Eliasson, Foto: Elena Schoubye

Jung und Artig nennt sich der junge Freundeskreis der Berlinischen Galerie. Mit 130 Mitgliedern bildet er eines der größten Fördernetzwerke für Menschen unter 30. Man muss weder Kunst noch Kunstgeschichte studieren, um mitzumachen – willkommen sind alle, die Lust haben, gemeinsam mit anderen die Berliner Museen, Studios und Galerien zu entdecken. Mitglieder haben verschiedene Benefits, zum Beispiel Kurator*innen- und Direktor*innenführungen, exklusive Preview-Formate, Artist Talks und mehr. Außerdem hat man das ganze Jahr über freien Eintritt in die Berlinische Galerie und in die Partnermuseen Brücke-Museum Berlin und Jüdisches Museum Berlin sowie in die Kunsthalle Emden und die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur in Köln. Mitglied werden können alle zwischen 18 und 30 Jahren; der Förderbeitrag beläuft sich auf 30 Euro im Jahr. Hier geht es zur Facebookseite von Jung und Artig.

Gruppenfoto Stoberkreis
© Verein der Freunde der Nationalgalerie e. V.

Die jungen Freunde der Nationalgalerie versammeln sich seit 1997 im sogenannten Stoberkreis. Ihren Namen haben sie von Hans Hermann Stober (1934–1997), einem leidenschaftlichen Kunstliebhaber, der auch Gründungsmitglied der Freunde der Nationalgalerie war. Seinerzeit setzte sich Stober für junge Menschen und besonders für junge Künstler ein. Die Juniormitglieder unter 35 führen dieses Engagement fort. Unter anderem, indem sie sich im Verein der Freunde der Nationalgalerie gezielt für zeitgenössische Positionen einsetzen. Neben den Mitgliedstreffen steht das gemeinsame Besuchen von Ausstellungen, Privatsammlungen und Galerien auf dem Programm. Die Ideen und Vorschläge, die im Austausch entstehen, werden regelmäßig dem Vorstand des Fördervereins übermittelt. So sind schon viele innovative Projekte entstanden. Die Jahresgebühr von 325 Euro ermöglicht kostenlosen Eintritt in sämtliche Ausstellungen der Häuser der Nationalgalerie (Hamburger Bahnhof, Alte Nationalgalerie, Museum Berggruen, Sammlung Scharf-Gerstenberg). Hier geht es zur Facebook-Seite des Stoberkreises.

Junge Kaiser - KFMV,
Foto: Malith Krishnaratne

Die Jungen Kaiser gehören seit 2010 zum traditionsreichen Kaiser Friedrich Museumsverein und unterstützen durch ihren Jahresbeitrag die Gemäldegalerie und die Skulpturensammlung im Bode-Museum. Mit eigenen Veranstaltungen erschließt sich dieser Kreis der 18 bis 35-Jährigen die europäische Kunstgeschichte in den beiden geförderten Museen und darüber hinaus. Besuche von Sammlern und Kunsthändlern sowie Architekturführungen werden unternommen, auch Exkursionen und Reisen. Die Jungen Kaiser beschäftigen sich außerdem mit neuen Methoden des Spendensammelns und planen längerfristig ihr eigenes Crowdfunding-Projekt. Azubis und Studierende bis 30 Jahre zahlen einen Jahresbeitrag von 75 Euro, alle anderen bis 35 Jahre 150 Euro. Mitglieder erhalten dafür freien Eintritt in alle Dauer- und Sonderausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Hier geht es zur Facebook-Seite der Jungen Kaiser.

 © JMB, Foto: Svea Pietschmann

Als junge Freund*in des Jüdischen Museums Berlin erhält man freien Eintritt in alle Ausstellungen des Museums. Man darf sogar eine Begleitperson mitnehmen und bekommt den mehrsprachigen Audioguide unbegrenzt und gratis. Außerdem erhält man jede Ausgabe des MuseumsJournals frei Haus und Einladungen zur Führungen, Ausflügen und Reisen. Der Jahresbeitrag für Freund*innen bis 35 Jahre liegt bei 45 Euro, Paare und Familien zahlen 75 Euro. Wer sich zusammen mit seinem Partner anmeldet und schon Kinder hat, kann diese auch kostenlos mit ins Museum nehmen. Mit dem Mitgliedsausweis gibt es außerdem auch freien Eintritt in der Berlinischen Galerie.

Bei den KW können junge Leute unter 30 in den regulären Förderverein der KW Freunde eintreten. Die Mitgliedschaft beträgt 100 Euro, dafür bekommt man freien Eintritt in die KW Institute for Contemporary Art und zur Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Besonderes Benefit für Reiselustige: Die KW haben Partnerinstitutionen in Wien, Paris und New York, für die man auch kostenlosen Eintritt erhält (Kunsthalle Wien, Palais de Tokyo in Paris, MoMA | PS1 Museum of Modern Art affiliate, New York). Die KW-Freunde fördern jedes Jahr eine Ausstellung und erhalten exklusive Vorbesichtigungen der KW-Ausstellungen mit Kuratoren und Künstlern, Einladungen zu speziell organisierten Atelierbesuchen und Kunstreisen, Einladungen zu Eröffnungen, Künstlergesprächen sowie 10 Prozent Rabatt auf KW-Publikationen und Editionen.

Alle, die sich für Geschichte, Kunst und Architektur interessieren, können auch Mitglied bei den Freunden der Preußischen Schlösser und Gärten werden. Bei den Fritzen unterstützen Freund*innen zwischen 18 und 35 Jahren mit jährlich 35 Euro die Erhaltung und Restaurierung der ehemals königlichen Schlösser und Parkanlagen. Führungen, Exkursionen zu anderen Schlössern und Vorträge sowie Einladungen zu Theaterabenden gibt es auch. Bei Eintritt nach dem 1. Juli halbiert sich der Mitgliedsbeitrag für das laufende Jahr. Über das Angebot des regulären Freundeskreises hinaus gestalten die Fritzen gemeinsam alljährlich ein gesondertes Veranstaltungsprogamm, an dem alle Mitglieder aktiv mitwirken können. Eine Familienmitgliedschaft im Förderkreis ist mit Kindern im Alter von bis zu 25 Jahren möglich.

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