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Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in Stiftungen

Über die Kunstmuseen, Galerien und Projekträume hinaus sind in Berlin an vielen weiteren Orten regelmäßig hochrangige Ausstellungen zu sehen. So unterhalten mehrere Stiftungen, die sich die Erschließung und Verbreitung des Werks eines Künstlers oder die Förderung einer Kunstrichtung zum Ziel gesetzt haben, eigene Ausstellungsräume.

© Camaro Stiftung
Alexander Camaro, Steilwandfahrer von 1905 und Daphne‐Rivale, 1987

Alexander und Renata Camaro Stiftung

Alexander Camaro (1901–1992) war zunächst Tänzer, bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg in West-Berlin als Maler poetischer, surrealer Landschaften, Zirkus- und Theaterszenen bekannt wurde. 2009 gründete seine frühere Schülerin und Ehefrau Renata Camaro die Stiftung, die das Werk beider Künstler erschließt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Im dritten Stock des 1893 für den Verein Berliner Künstlerinnen erbauten Hauses an der Potsdamer Straße sind regelmäßig Ausstellungen zu sehen, die sich auf Camaros Umfeld und sein vielseitiges Schaffen in Malerei, Tanz, Literatur, Film und Musik beziehen. | Bild: Alexander Camaro, Steilwandfahrer von 1905 und Daphne‐Rivale, 1987



Potsdamer Straße 98A, 10785 Berlin
Di–Sa 13–17, Mi 13–20 Uhr
Eintritt frei

© Alfred Ehrhardt Stiftung

Alfred Ehrhardt Stiftung

Alfred Ehrhardt war ein herausragender Vertreter der Neuen Sachlichkeit und wurde vor allem mit seinen Fotografien und Filmen bekannt. Die 2002 gegründete Alfred Ehrhardt Stiftung erschließt seinen Nachlass und macht ihn der Öffentlichkeit bekannt. 2008 hat sie das Geburtshaus des Künstlers im thüringischen Triptis bei Gera renovieren lassen und zugänglich gemacht. Seit 2010 zeigt sie in der Berliner Auguststraße wechselnde Ausstellungen zu Ehrhardts Werk und stellt dies auch zeitgenössischer Fotografie und Medienkunst gegenüber. Die Ausstellungen werden von Vorträgen und Publikationen begleitet. | Bild: Alfred Ehrhardt, Insel im Wattenmeer, 1933-1936



Auguststraße 75, 10117 Berlin
Di–So 11–18, Do 11–21 Uhr
Eintritt frei

Foto: Frizzi Krella © Guardini Galerie 2016
Ausstellung "Palimpsest – Fleck – Punkt" in der Guardini Galerie, Foto: Frizzi Krella

Guardini Galerie

Den Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Glauben anregen will die 1987 gegründete Guardini Stiftung. In ihren Galerieräumen am Anhalter Bahnhof präsentiert sie seit dem Jahr 2000 internationale zeitgenössische Kunst. Die Gruppen- und Einzelausstellungen werden von Vorträgen, Lesungen, Konzerten und Kolloquien begleitet. In dem aktuellen Ausstellungsprojekt „Stadt und Religion“, gefördert vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), wird der urbane Raum nicht mehr als Bollwerk der Säkularisierung gesehen, sondern als Ort der Koexistenz verschiedenster Religionsgemeinschaften, die sich aktiv an der Gestaltung des Zusammenlebens beteiligen.



Askanischer Platz 4, 10963 Berlin
Di–Fr 10–18 Uhr
Eintritt frei

Foto: Markus Stegner © Hegenbarth Sammlung Berlin

Hegenbarth Sammlung Berlin

Josef Hegenbarth (1884–1962) wurde durch Zeichnungen für Zeitschriften wie „Die Jugend“ und den „Simplicissimus“ und durch Illustrationen von Weltliteratur bekannt. Seine oft humorvollen, hintersinnigen Zeichnungen halten Szenen auf der Straße, im Café, im Zirkus oder Zoo fest. Hegenbarths Haus in Dresden, wo er vierzig Jahre lebte, gehört heute zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. 2014 hat die private Hegenbarth Sammlung, die über einen großen Bestand an Arbeiten des Künstlers verfügt, Räume in Berlin bezogen. Hier vermittelt sie in Vorträgen, Gesprächen und Bildbetrachtungen Hegenbarths Werk.



Laubacher Straße 38, 14197 Berlin
Mi 12–17 Uhr und nach Vereinbarung unter
Tel. 030-2360 9999. Eintritt frei

© Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung

Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung

Der für seine Inszenierungen berühmte Bühnenbildner, Regisseur und Maler Achim Freyer hat in seiner Villa in Lichterfelde eine ganz persönliche Sammlung zusammengetragen. Auf drei Stockwerken hängen dicht an dicht Werke namhafter Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts neben Bildern von kaum Bekannten, Laien und Naiven. Über 2000 Gemälde, Zeichnungen und Objekte, oft von befreundeten Künstlern, sind hier quer zu kunsthistorischen Kategorien vereint. An Sonntagen öffnet Freyer sein Haus für Interessierte. Auch Sonderausstellungen sind gelegentlich zu sehen.



Kadettenweg 53, 12205 Berlin
Besichtigung im Rahmen von Führungen sonntags 15 Uhr
14 Euro, ermäßigt 7 Euro, Schüler bis 16 Jahre frei

© Kunststiftung Poll Berlin
Werner Gilles, Begegnung mit dem Todesengel, 1946

Kunststiftung Poll

Die 1986 gegründete Kunststiftung Poll widmet sich der Förderung und Erforschung figurativer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. In ihrer Sammlung sind bekannte Berliner Künstler und Künstlerinnen der 1960er- bis 1980er-Jahre vertreten, darunter Maler wie Wolfgang Petrick und Peter Sorge, Bildhauer wie Hans Scheib und Gabriele Mucchi und Fotografen wie Ursula Arnold und Gabriele und Helmut Nothelfer. 1997 hat die Stiftung Räume in der Gipsstraße bezogen, in denen sie regelmäßig Ausstellungen aus ihren Beständen sowie von zeitgenössischen Fotografen zeigt. Im selben Haus hat die Galerie Poll ihren Sitz. | Bild: Werner Gilles, Begegnung mit dem Todesengel, 1946



Gipsstraße 3, 10119 Berlin
Besuch nach Vereinbarung unter Tel. 030-261 70 91
Eintritt frei

Foto: Sergio Belinchón © Schering Stiftung

Projektraum der Schering Stiftung

Ein Schwerpunkt der Förderung der Schering Stiftung gilt Projekten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Zusammen mit Berliner Museen und anderen Partnern veranstaltet sie Ausstellungen internationaler Künstler, die an dieser Schnittstelle arbeiten. In ihrem 80 Quadratmeter großen Projektraum Unter den Linden präsentiert die Schering Stiftung eigens für diesen Raum entwickelte Arbeiten und organisiert Vorträge und Workshops. Auf diese Weise bietet sie eine Plattform für den interdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. | Bild: Iñigo Manglano-Ovalle, Bird in Space at Mach 10, 2013



Unter den Linden 32–34, 10117 Berlin
während der Ausstellungen Do–Mo 13–19 Uhr
Eintritt frei

© Stiftung Brandenburger Tor

Stiftung Brandenburger Tor

Die Stiftung Brandenburger Tor ist die Kulturstiftung der Berliner Sparkasse. Sie hat ihren Sitz in einem Neubau von Joseph Paul Kleihues neben dem Brandenburger Tor. Bis zum Zweiten Weltkrieg stand hier das Haus, in dem Max Liebermann von 1894 bis 1935 gelebt hatte. Liebermann war nicht nur als Maler, sondern auch kunstpolitisch höchst einflussreich. Die Stiftung erinnert in Ausstellungen und Gesprächen an den großen Impressionisten und Akademiepräsidenten, seine Weggefährten, Gegner und das Berlin seiner Zeit.



Pariser Platz 7, 10117 Berlin
ein bis zwei Ausstellungen jährlich
Öffnungszeiten und Eintritt variieren