Die Museumsinsel
6000 Jahre Kulturgeschichte

Auf der Berliner Museumsinsel werden 6000 Jahre Kulturgeschichte anschaulich. Das Panorama erstreckt sich von der Frühzeit Ägyptens und den Kulturen des Alten Orients über die griechische und römische Antike und die christliche und islamische Kunst des Mittelalters bis zum europäischen 19. Jahrhundert.

Das Neue Museum von der Südseite. Im Hintergrund die Alte Nationalgalerie
© Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Achim Kleuker

Mit den Sammlungen des Museums für Vor- und Frühgeschichte weitet sich der Blick gar auf die gesamte Menschheitsgeschichte. Im jüngst von David Chipperfield wiederaufgebauten Neuen Museum treffen die verschiedenen Kulturen aufeinander. Hier präsentieren nicht nur das Ägyptische Museum und das Museum für Vor- und Frühgeschichte ihre reichen Schätze, auch die Antikensammlung, das Münzkabinett und die Skulpturensammlung haben Werke beigesteuert, um im Hauptgeschoss einen eindrucksvollen Rundgang von den alten Ägyptern über die römischen Provinzen und die Kelten und Germanen bis ins hohe Mittelalter zu ermöglichen.

Eingang zum Pergamonmuseum
© Staatliche Museen zu Berlin,
Foto: F. Friedrich

Berühmt ist die Museumsinsel vor allem für die Großarchitekturen im Pergamonmuseum, die Ende des 19. Jahrhunderts bei deutschen Ausgrabungen zutage kamen. Aus Pergamon stammt der Pergamonaltar mit dem Gigantenfries (bis voraussichtlich 2019 wegen des Umbaus des Pergamonmuseums nicht zu sehen), aus dem spätrömischen Milet das Markttor. Attraktion des Vorderasiatischen Museums, das mit den Keilschrifttafeln aus Uruk auch früheste Beispiele der Schrift bewahrt, sind die Prozessionsstraße und das Ischtar-Tor von Babylon, die aus Tausenden farbig glasierter Ziegelfragmente zusammengesetzt wurden. Im Museum für Islamische Kunst beeindruckt neben Keramik, Gläsern, Metall- und Elfenbeinarbeiten, Teppichen und Buchkunst die Sandsteinfassade eines Palastes des frühen 8. Jahrhunderts aus der jordanischen Wüste.

Einen Überblick über die etruskische, griechische und römische Kunst erhält man im Alten Museum.

Das Alte Museum Das Alte Museum © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Maximilian Meisse

Im kaiserzeitlichen Bode-Museum mit seinen markanten Kuppeln ist die Skulpturensammlung mit Werken aus ganz Europa vom frühen Mittelalter bis zum Klassizismus untergebracht. Außerdem ist hier byzantinische Kunst vom 3. bis 19. Jahrhundert zu sehen, und das Münzkabinett präsentiert seine wertvollsten Münzen und Medaillen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert.

Die Alte Nationalgalerie, die sich wie ein griechischer Tempel an der Spree erhebt, wurde 1876 für die damalige zeitgenössische Kunst eröffnet und zeigt bis heute Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts. Höhepunkte sind die Säle mit den Impressionisten und mit Caspar David Friedrich.

Eingangsbereich im Bode-Museum mit dem Reiterstandbild des Großen Kurfürsten von Andreas Schlüter © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Maximilian Meisse

Nicht nur wegen ihrer weltberühmten Sammlungen wurde die Museumsinsel 1999 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, sondern auch als einzigartiges architektonisches Ensemble. Die fünf Häuser wurden zwischen 1830 und 1930 von berühmten Architekten errichtet und waren wegweisend für die Museumsarchitektur. Während von Schinkels Altem Museum nach dem Zweiten Weltkrieg nur die beeindruckende Säulenfront und die Rotunde getreu rekonstruiert wurden, findet man in der Alten Nationalgalerie teilweise noch die originale Ausstattung. Im Bode-Museum sind die prächtigen Treppenhäuser, die "Basilika" und die Renaissanceportale und -kamine erhalten, die Wilhelm von Bode einbauen ließ. Im Neuen Museum treffen klassizistische Formensprache und zeitgenössische Architektur eindrucksvoll aufeinander: Während in einigen Räumen noch Säulen, Decken, Böden und sogar Ausmalungen aus den 1850er Jahren erhalten sind, wurden die kriegszerstörten Säle, darunter auch das monumentale Treppenhaus, mit edlem Beton in vereinfachten Formen nachempfunden.

Die Website zum Masterplan Museumsinsel informiert über die Baugeschichte und die Planungen für die Museumsinsel.

Unbedingt ansehen

Das Markttor von Milet, die Prozessionsstraße und das Aleppo-Zimmer im Pergamonmuseum, Nofretete und den „Berliner Goldhut“ im Neuen Museum, die „Berliner Göttin“, den „Betenden Knaben“ und die Cäsar-Büste im Alten Museum, Tilman Riemenschneiders „Vier Evangelisten“ im Bode-Museum, Schadows Doppelstandbild der preußischen Prinzessinnen, Menzels „Eisenwalzwerk“, Manets „Wintergarten“ und Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ in der Alten Nationalgalerie.

Hinkommen

Mit der U-Bahn oder S-Bahn zur Friedrichstraße oder zum Hackeschen Markt fahren und von dort fünf Minuten laufen. Vom Brandenburger Tor bzw. vom Alexanderplatz aus vier bzw. fünf Stationen mit dem Bus zum Lustgarten fahren.

Kaffee trinken

Im Café im Bode-Museum (über dem Portal) oder in der kleinen Cafeteria im Alten Museum. Bis das Eingangsgebäude vor dem Neuen Museum mit einem größeren Café und Restaurant errichtet ist, kann man auf die zahlreichen Lokale am Hackeschen Markt oder an der Georgenstraße ausweichen.

Alles sehen

Die Bereichskarte Museumsinsel, die in allen Häusern erhältlich ist, gilt für die ständigen Sammlungen. Sie gilt nicht für Sonderausstellungen. In den Tourist Infos ist die WelcomeCard Museumsinsel erhältlich, mit der man auch alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen kann. Auch sie gilt für alle ständigen Sammlungen.

Erleben

An der Langen Nacht der Museen Ende August nehmen in der Regel drei der fünf Häuser teil. In der Treppenhalle des Neuen Museums finden gelegentlich Konzerte und Theateraufführungen statt. In den Sommermonaten gibt es sonntagabends kostenlose Konzerte vor dem Bode-Museum. Während des Kulturfestes „Die Nächte des Ramadan“ finden im Museum für Islamische Kunst Konzerte, Lesungen und Gespräche statt.

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