Kulturforum und Potsdamer Platz
Kunst, Design, Film, Musik, Architektur

Neue Nationalgalerie © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Maximilian Meisse

Der markante Tempel aus Stahl und Glas, den Mies van der Rohe für die Kunst des 20. Jahrhunderts entwarf – Sitz der Neuen Nationalgalerie – wird noch bis 2019 umfassend saniert. Ein kleiner Teil der Sammlung wird in dieser Zeit im Hamburger Bahnhof zu sehen sein.

Auch Hans Scharouns Staatsbibliothek gegenüber und seine golden schimmernde Philharmonie sind Ikonen moderner Architektur. Das Museum für Film und Fernsehen ist in Helmut Jahns Sony-Center untergebracht, während in dem einzigen Gebäude am Potsdamer Platz, das Krieg und Mauerbau überstand, die Daimler Contemporary Berlin Platz gefunden hat. Der Daimler-Konzern sammelt moderne und zeitgenössische Werke mit dem Schwerpunkt auf konstruktiver und konzeptueller Kunst.

Aufgang zum Kulturforum. Bild: Wikimedia Commons

Die Gemäldegalerie zeigt in 18 Oberlichtsälen Malerei vom ausgehenden Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aus Italien und Deutschland, den Niederlanden und Spanien, Frankreich und England. Die Zeichnungen und Druckgrafiken der Alten Meister, aber auch zeitgenössische Arbeiten auf Papier werden im Kupferstichkabinett bewahrt und in Sonderausstellungen vorgestellt. Die restlichen Flächen des großen Komplexes am Kulturforum gehören den angewandten Künsten: Von Karikaturen und Mode-Blättern des 18. Jahrhunderts, Architekturzeichnungen und illustrierten Büchern des 19. Jahrhunderts bis zu Plakaten und Fotografien reicht der Bestand der Kunstbibliothek, während sich die Sammlung des Ende 2014 wiedereröffneten Kunstgewerbemuseums von mittelalterlichen Reliquiaren über klassizistische Möbel bis zu Mode und modernem Design erstreckt. Nebenan führt das Musikinstrumenten-Museum in die europäische Musikgeschichte ein, und einige Schritte weiter kann man sich im Filmhaus am Potsdamer Platz auf eine Reise durch die deutsche Film- und Fernsehgeschichte begeben. Zu sehen sind im Museum für Film und Fernsehen Drehbücher, Plakate, Kameras, Kostüme und natürlich Filme.

Unbedingt ansehen

Jan van Eycks winzige „Madonna in der Kirche“, Caravaggios „Amor als Sieger“, die beiden Vermeer-Gemälde und Rembrandts „Prediger Anslo und seine Frau“ in der Gemäldegalerie, die Modegalerie, den Welfenschatz und das Lüneburger Ratssilber im Kunstgewerbemuseum, Marlene Dietrichs Schwanenpelzmantel im Museum für Film und Fernsehen.

Hinkommen

Mit der U-Bahn oder S-Bahn zum Potsdamer Platz fahren und fünf Minuten laufen. Vor der Neuen Nationalgalerie halten Busse der Linien M48, M85 und M29.

Kaffee trinken

Im Komplex des Kulturforums gibt es ein Selbstbedienungsrestaurant, im Sommer außerdem einen Ausschank auf dem Vorplatz. Weitere Cafés und Restaurants rund um den Potsdamer Platz.

Alles sehen

Die Bereichskarte Kulturforum gilt für die Gemäldegalerie, das Kunstgewerbemuseum, das Kupferstichkabinett, die Kunstbibliothek und das Musikinstrumenten-Museum. Sonderausstellungen kosten in der Regel extra.

Erleben

Das Kulturforum ist ein Zentrum der Langen Nacht der Museen, die Ende August stattfindet. Im Juli und August ist auf dem Vorplatz jeden Abend Open-Air-Kino zu erleben. Im Musikinstrumenten-Museum finden regelmäßig Konzerte und Vorführungen historischer Instrumente statt. Begleitend zu den Ausstellungen des Museums für Film und Fernsehen werden im Kino Arsenal interessante Filmreihen gezeigt.

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