Wege aus der Wohnungsnot - Bauen für Groß-Berlin in Tempelhof

Tempelhof Museum

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Museen Tempelhof-Schöneber

Vor 100 Jahren werden die Dörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade Teil der neuen Stadtgemeinde »Groß-Berlin«. Bereits bei deren Gründung ist der Wohnungsmangel dramatisch – im gesamten Stadtraum fehlen über 100.000 Wohnungen.

Im industriell geprägten Bezirk Tempelhof beginnt eine hohe Bauaktivität, die Ende der 1920er Jahre ihren Höhepunkt erreicht. Tempelhof setzt sich in Berlin an die Spitze der Wohnungsneubauten. "Wege aus der Wohnungsnot" gibt Einblicke in die Entstehung und Gestalt der neuen Siedlungen – von der Gartenstadt Neu-Tempelhof im Norden bis zur Stadtrandsiedlung an der südlichen Grenze Marienfeldes.

Die Wohnungsnot war eine der zentralen Herausforderungen der Weimarer Republik − und Berlin litt in besonderem Maß darunter. Mit der Gründung Groß-Berlins am 1. Oktober 1920 wuchs die Bevölkerung schlagartig auf mehr als 3,8 Millionen an und vergrößerte sich in den folgenden zehn Jahren um eine weitere halbe Million. Im gesamten Stadtraum fehlten über 100.000 Wohnungen. Die Eingemeindung zahlreicher Vororte und Dörfer, darunter Tempelhof, Lichtenrade, Mariendorf und Marienfelde bot aber auch neue Chancen.

Zu diesem Zeitpunkt war der neugeschaffene Bezirk Tempelhof trotz wachsender Industrie in weiten Teilen noch ländlich geprägt und wenig bebaut. Als Reaktion auf Wohnungsnot und Wirtschaftskrise in der Weimarer Republik entstanden vielfältige Siedlungsprojekte. Sie reichten im Norden von der Gartenstadt Neu-Tempelhof bis zu einer Stadtrandsiedlung im südlichsten Teil Marienfeldes. Die bis dahin industriell geprägte Gegend wurde zum beliebten Wohnort.

In der Sonderausstellung im Tempelhof Museum werden einige der interessantesten Wohnungsbauprojekte und Siedlungen vorgestellt. Sie veranschaulichen, wie Architekt_innen und Baugesellschaften neue gestalterische Wege gingen, den Fokus auf Licht, Luft und Sonne legten und neben einer guten sanitären Ausstattung auch Zugänge zu Gärten und Grünflächen boten.

Die Bandbreite reicht von genossenschaftlichen Siedlungen wie der Märkischen Scholle in Marienfelde über den Siedlungsbau Mariendorf von Ella Briggs − dem einzigen Berliner Bau einer Architektin aus dieser Zeit −  bis hin zum gewaltigen Großbauprojekt Neu-Tempelhof, das die Ausmaße einer Provinzstadt annahm.

Tempelhof Museum
Alt-Mariendorf 43
12107 Berlin

Telephone
+49 (30) 902 77-61 63
Fax
+49 (30) 902 77-63 29
Website
www.museen-tempelho…
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