Zwischen Republik und Kaiserzeit

Die Münzmeisterprägung unter Augustus

"Römische Münzen waren ein Medium der Massenkommunikation, über das Informationen und Meinungen verbreitet wurden. Die Münzmeisterprägung unter Augustus stellt ein überraschendes Intermezzo in der Umbruchphase von der Republik zur Kaiserzeit dar: Während einer kurzen Zeit lag die Steuerung dieses Nachrichtenmediums in Rom wieder in der Hand von Beamten.
Eine detaillierte ikonografische Analyse der Motive und der zugehörigen Legenden rekonstruiert den tagesaktuellen Hintergrund dieser Münzen. So erhellt die Studie die Chronologie dieser Prägungen (23–6 v. Chr.) und gibt ihnen ihren historischen Ort zurück. Die augusteische Münzmeisterprägung ermöglicht direkten Einblick in die Geschichte der frühen Kaiserzeit und in Augustus‘ Kampf um Anerkennung seiner Vormachtstellung. Als Ergebnis der Studie kann es als wahrscheinlich angenommen werden, dass die Prägebeamten wie in republikanischer Zeit ihre Bilder und Legenden eigenständig auswählten. Sie erzählen beinahe tagesgenau vom politischen Leben in Rom, aber auch von dem Wunsch dieser Beamten, neben Augustus auch sich selbst und ihre Familien in Szene zu setzen. Da die Auswahl der Motive nicht im Hintergrund von Augustus gelenkt war, kann die Münzmeisterprägung als sein politisches Zugeständnis an die Oberschicht Roms gewertet werden: Freie Meinungsäußerung war in Rom auch unter augusteischer Herrschaft möglich – unter der Bedingung, dass seine Vorrangstellung gegenüber allen anderen unhinterfragt blieb."

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